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µTorrent: Aufregung um Filesharing-Freeware

Teil des Bittorrent-Clients soll in kommerzieller Software eingesetzt werden

Ein Teil des auf dem Bittorrent-Protokoll basierenden Filesharing-Programms µTorrent könnte bald in einer kommerziellen, werbefinanzierten Software der Firma Peerfactor genutzt werden. Der Abschluss eines entsprechenden Vertrags bringt dem µTorrent-Entwickler Ludvig Strigeus derweil einiges an Kritik ein - denn Peerfactor ist eine Tochter der französischen Urheberrechtsschutzgruppe RetSpan.

Anders als die meisten anderen kostenlosen Bittorrent-Programme steht µTorrent nicht auch im Quelltext, sondern nur in ausführbarer Form zur Verfügung. Obwohl µTorrent als sehr effizient und resourcensparend gilt und als starker Konkurrent zur Java-basierten Open-Source-Software Azureus gilt, hat der nicht einsehbare Quellcode zum Leidwesen von Strigeus schon des Öfteren Misstrauen ausgelöst.

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Dass Strigeus nun Teile von µTorrent weitergibt - und dies ausgerechnet an Gegner der Filesharing-Community -, sorgt für Trubel. Immerhin hatte RetSpan im Jahr 2004 dadurch auf sich aufmerksam gemacht, Filesharing-Nutzer für das Einspeisen von falschen Dateien zu bezahlen und damit Tauschbörsen für deren Nutzer frustrierender und somit unattraktiver zu machen.

Während einige µTorrent-Nutzer nun befürchten, dass µTorrent um Spyware erweitert werden könnte, gibt es andere, die in der Aktion eine geplante und sehr geschickte Diskreditierung von µTorrent und Ludvig Strigeus sehen, der seinen Bittorrent-Client unentgeltlich in seiner Freizeit entwickelt. Strigeus gab zwar gegenüber Slyck.com an, nichts von der damaligen RetSpan-Aktion gewusst zu haben, weist aber auch energisch sämtliche Anschuldigungen und Ängste zurück.

"Es ist nicht so, dass dies µTorrent betrifft. Wir haben keinen Deal über µTorrent unterschrieben, sondern einen darüber, dass ich ihnen Code zur Verfügung stelle, der das Bittorrent-Protokoll umsetzt. Dieser Code wird in einem werbefinanzierten Datei-Distributionssystem genutzt, den Webmaster zum Publizieren größerer Inhalte einsetzen können", so Strigeus. "[...] µTorrent betrifft dies in keiner Weise, ich würde niemals irgendwelche RetSpan-Technik in dieses feine Programm integrieren oder was auch immer ihr Verschwörungstheoretiker auch immer vermuten mögt."

Peerfactor soll vom µTorrent-Entwickler nur eine DLL-Datei mit den Bittorrent-Protokollen erhalten haben, damit deren Software mit anderen Bittorrent-Anwendungen Daten austauschen können. Der Vertrag läuft über eine sechsmonatige Testphase, Quellcode wird dabei auch Peerfactor nicht zur Verfügung gestellt, so Strigeus gegenüber Slyck.com.

In deren Forum erklärt Strigeus, dass er µTorrent aus Spaß an der Freude entwickelt und es sich dabei zum wichtigsten Ziel gesetzt hat, den besten und schlankesten freien Bittorrent-Client zu entwickeln. Sein zweites Ziel sei es, damit auch etwas Geld zu verdienen und vielleicht mit einigen Distributionsunternehmen Verträge abzuschließen. "Allerdings hat Ziel 1 immer noch die Priorität über Ziel 2, also würde ich niemals die Regeln in Ziel 2 brechen", so der µTorrent-Entwickler abschließend.

Demnach bleibt µTorrent auch weiterhin eine interessante Alternative zu Azureus.


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heinzwurst 19. Mär 2006



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