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Spieletest: Rainbow Six Lockdown für den PC

Anti-Terrorspiel mit hübscher Grafik. Der Kampf gegen Terroristen scheint ein unendliches Thema zu sein: Ubisoft hat nun die mittlerweile vierte Folge der Reihe "Tom Clancy's Rainbow Six" für den PC veröffentlicht. "Rainbow Six Lockdown" - so der komplette Titel - unterscheidet sich von der Konsolenversion, die Golem.de bereits testete, vor allem durch die bessere Grafik.
/ Andreas Donath
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Die Grundgeschichte ist immer die gleiche: Team Rainbow muss als multinational zusammengesetzte Anti-Terroreinheit eine Terrorbedrohung nach der anderen rund um den Globus mit Waffengewalt niederschlagen. Reichlich Zielwasser, etwas taktisches Geschick und sparsamer Umgang mit der Munition sind Voraussetzung, um bei Lockdown zu bestehen.

Wie gehabt geht es mit einem Team durch die Level, die meistens aus Gebäuden bestehen - doch teilweise ist auch etwas offener Himmel zu sehen. Zumindest in einem Level durchwandert man gar auf der Suche nach Bösewichtern ein Tunnelsystem.

In Lockdown kann sofort in die Missionen eingestiegen werden - sofern der Spieler sich mit der Standardausrüstung hinsichtlich Haupt- und Sekundärwaffe und diversen Mitbringseln wie Hand- und Blendgranaten zufrieden gibt. Wem die vorgeschlagene Auswahl nicht passt: Es steht ein umfangreiches Arsenal von Ersatzknarren zur Auswahl. Nur Scharfschützengewehre fehlen auffallenderweise.

Früher waren Rainbow-Six-Titel mit einer vor jeder Mission stehenden Planungsphase garniert, auf der ein Grundriss des Einsatzgeländes und die geplanten Wege für die einzelnen Team-Mitglieder eingezeichnet war. Doch damit ist nun Schluss - Lockdown ist eher ein Shooter als ein Taktikspiel. Was auch weggefallen ist: das Umschalten zwischen den einzelnen Team-Mitgliedern. Wenn die eigene Spielfigur tot ist, ist das Spiel zu Ende. Zum Glück besteht die Möglichkeit, jederzeit einen Speicherpunkt zu setzen.

Teilweise unterscheiden sich die Karten von der Konsolenversion - doch meistens entsprechen sie dem, was man auch bei der Xbox sehen kann. Die Grafik ist allerdings deutlich hübscher geworden: die Texturen detaillierter, die Bewegungsabläufe der Figuren flüssiger und vielfältiger und die Explosionen sowie der Rauch etwas realistischer.

Dass die KI der Feinde wie von Ubisoft versprochen besser geworden ist, lässt sich nicht unbedingt bestätigen. Klar - einmal überrascht fliehen sie hinter Deckungen, doch das Verhalten wirkt eher vorgegeben. Letztlich lassen sie sich genauso leicht überwältigen wie in den Spielen zuvor. In haarige Situationen gelangt die eigene Einheit eigentlich nur, wenn man einen Raum betritt und die Terroristen nicht gleich findet.

Zum Klären unsicherer Situationen gibt es Nachtsichtgeräte, einen Herzschlagscanner und natürlich auch eine Hand voll Team-Befehle zum Öffnen und Räumen von Zimmern. Die Truppe wird mit Hilfe von Markierungspunkten dirigiert, die in Sichtreichweite der eigenen Spielfigur gesetzt werden können, wie man es beispielsweise von Full Spectrum Warrior kennt.

Gelegentlich sind auch Geiseln zu befreien und zum Extraktionspunkt zu begleiten. Deren nervigste Angewohnheit, sich als Kugelfang zu betätigen und sich schon fast mutwillig in die Schusslinie zu stellen, konnte Ubisoft ihnen leider immer noch nicht austreiben.

Die Türen lassen sich in Lockdown mit dem Mausrädchen stufenlos öffnen und übernehmen so etwas wie eine Schießschartenfunktion. Dort und hinter der dünnsten Wand und der schwächsten Säule findet man Schutz vor gegnerischen Kugeln - nicht sehr realistisch.

Zum Ton gibt es nicht viel zu sagen - die Sprachausgabe ist ordentlich und nicht peinlich übersetzt worden - die Waffen klingen zwar cinematisch übertrieben, aber das dürfte die wenigsten Spieler stören. Der Multiplayermodus bietet unter anderem die Spielarten Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture the Flag, wo jeweils 15 Spieler mitmachen dürfen. Beim Rivalität-Modus kann man mit zwei Teams nach Geiseln suchen, die zufällig auf der Karte verteilt werden - dabei gilt es, die meisten Geiseln zu retten.

Die Hardwareanforderungen sind nicht übertrieben hoch. Schon mit einer betagten Radeon 9700 Pro und einem Pentium 4 mit 2,6 GHz lässt sich Rainbow Six Lockdown mit 1.280 x 1.024 Pixeln spielen.


Fazit:
Wer die früheren Versionen von Rainbow Six gemocht hat, wird bei Lockdown einige Überraschungen erleben. Zwar ist die Grafik besser geworden, doch hat sich das Gameplay stark gewandelt: vom Taktikspiel mit Shooter-Einlage hin zum reinen Actionspiel. Wirklich ärgerlich ist die KI der Spielfiguren - von Teamplay ist nicht viel zu spüren. Manchmal wirkt es gar so, als sei man als Einzelkämpfer besser dran. Im "Einsamer Wolf"-Modus kann man diese These überprüfen. Im Vergleich zur Xbox-Fassung macht das PC-Spiel aber mehr Spaß - nicht nur wegen der Grafik, sondern weil die Steuerungskombination Maus und Tastatur einfach besser funktioniert als das Gamepad.


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