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Widerstand gegen europäisches Elite-IT-Institut EIT

Rückzug aus anderen Projekten gefürchtet. Deutsche Wissenschaftsmanager lehnen den Vorschlag der EU-Kommission ab, ein European Institute of Technology (EIT) zu errichten. Man fürchtet um den Abzug von Geldern aus anderen Bereichen, argumentieren die Gegner des geplanten europäischen Technologie-Instituts EIT.
/ Andreas Donath
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"Ich halte gar nichts von der Idee" , sagte Ernst-Ludwig Winnacker, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, gegenüber dem Berliner Tagesspiegel. Mit einem EIT würde die EU das Geld, das sie für die Forschung ausgeben wolle, "verzetteln und von anderen, wichtigeren Projekten abziehen" .

Die geplante Struktur habe die Züge eines typisch europäischen Kompromisses, der alle bedienen solle, aber keinerlei internationale Ausstrahlung habe, sagte Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten deutschen Forschungsgemeinschaft.

Wenn die EU eine technische Elite-Uni aufbauen wolle, solle sie das Geld lieber in eine bestehende Hochschule investieren, die bereits Spitzenforschung betreibe. Kandidaten könnten das Londoner Imperial College sein, die ETH Zürich oder die Technischen Unis in München und Aachen.

Das geplante europäische Technologieinstitut soll mit Institutionen wie dem MIT in den USA um die weltweit besten Köpfe unter den Studierenden, Forschern und wissenschaftlichen Mitarbeitern buhlen. Diese sollen dann gemeinsam mit führenden Unternehmen Spitzenforschung betreiben, die Ergebnisse entsprechend verbreiten und so zur allgemeinen Verbesserung der Forschungs- und Innovationsmanagementkompetenz beitragen.

Der Plan sieht vor, der neuen Universität keinen festen Standort zuzuteilen, sondern eine rechtlich unabhängige Einrichtung zu schaffen, die in strategisch wichtigen Bereichen die besten Teams und Abteilungen von Hochschulen aus Europa zusammenführt.

Der Start beginnend mit der Ernennung von Verwaltungsrat und dem Einstellen erster Mitarbeiter soll frühestens 2009 erfolgen.


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