Razorback 2.0 - Polizei schließt größten Filesharing-Server
Die US-Filmindustrie – vertreten durch die Motion Picture Association of America (MPA) – feiert die Festnahme des in der Schweiz lebenden Razorback-2.0-Betreibers und die Schließung seines u.a. durch Spenden finanzierten Servers. 170 Millionen im Filesharing-Netz zu findende Dateien sollen insgesamt über Razorback 2.0 indiziert und abrufbar gemacht worden sein, die Nutzer per eMule- oder eDonkey-Client kostenlos abrufen konnten.
Auf razorback.com, wo mittlerweile nur noch eine Platzhalterseite von einem Domain-Händler zu finden ist, wurde laut MPAA damit geworben, dass Razorback 2.0 der größte Server seiner Art sei. Doch auch wenn die MPAA den Schlag gegen den Tauschbörsen-Server als großen Erfolg sieht und Razorback 2.0 gar zur Bedrohung für die Gesellschaft hochstilisiert, sorgte der gefasste Betreiber offenbar dafür, dass zumindest die Nutzer des illegalen Download-Angebots nicht aufgespürt werden können.
Anstatt die Logfiles auf Festplatte zu speichern und damit zu riskieren, dass dadurch später herauskommen kann, wer auf das illegale Datenangebot zugegriffen hat, sollen die Daten stattdessen nur im 16 GByte großen RAM des Servers gelegen haben. Sobald der Rechner ausgeschaltet wurde, waren die Logfiles gelöscht, was auf ein sehr professionelles Vorgehen schließen lässt.
Welche Strafe nun letztlich dem am 21. Februar 2006 gefassten Betreiber in der Schweiz droht, bleibt abzuwarten – sofern er denn belangt werden kann. Letztlich war der Server wohl nur eine Art Katalogdienst für das eDonkey-Netz, aber kein Server, der selbst unerlaubt kopierte Inhalte zum Download anbot.