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Letzte Meile: Online per Stromnetz - bald flächendeckend?

Industrieallianz verabschiedet offene Spezifikation für Powerline-Anschlüsse. Mit dem europäischen Projekt OPERA soll die Breitband-Anbindung des Kunden über die so genannte letzte Meile vom Netzwerkanbieter zum Kunden bald möglichst flächendeckend und breitbandig über das Stromnetz möglich sein. Dazu hat die hinter OPERA stehende Allianz aus Industrie und Universitäten nun die erste globale und offene Spezifikation für "PLC Access" bzw. Broadband over Powerline (BPL) geschaffen, aufbauend auf der Technik des spanischen Chip-Herstellers DS2.
/ Christian Klaß
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"Mit OPERA-Projekt sieht die Europäische Kommission die Möglichkeit, die angestrebte flächendeckende Breitbandversorgung der europäischen Bevölkerung auf mehrere Technologien zu verteilen. Mit dieser ersten Spezifikation haben Hersteller und Anbieter im Powerline-Communications-Bereich nun eine solide Grundlage, auf der sie ihre Anwendungen und Produkte aufbauen können" , heißt es seitens OPERA, der Open PLC European Research Alliance.

Mit der neuen Spezifikation soll eine Interoperabilität im Sinne von Koexistenz mit Nicht-OPERA-Technologien gegeben sein. Die in zweijähriger Entwicklungszeit entstandene Spezifikation von OPERA soll die flächendeckende Einführung von Breitbandnetzen, Sprach- und kombinierten Audio/Video-Diensten zu geringen Kosten ermöglichen. Dabei geht es nicht nur um den PLC-Access über die letzte Meile am Haus, sondern auch um die Anbindung einzelner Wohnungen.

Der Funktionsumfang und die Marketing-Anforderungen wurden von der Powerline Utility Alliance (PUA) geplant, einer Allianz europäischer Energieversorgungsunternehmen wie Endesa, ENEL, EnBW, EDF und Iberdrola. Damit soll sichergestellt sein, dass globale Regularien und Industrievorgaben eingehalten werden. Die Spezifikation wird von der Universal Powerline Association (UPA) unterstützt, einer Gruppe von Anbietern von PLC-Zubehör.

In der OPERA versammeln sich 37 Unternehmen – darunter auch Telekommunikationsanbieter – und zehn Universitäten. Gestützt wird das Projekt durch die Europäischen Union. Die nun endgültige Spezifikation ist unter Mitwirkung verschiedener OPERA-Partner, inklusive ASCOM, ADD, DS2, Dimat, EDF, Endesa, Iberdrola, Ilevo (Schneider Electric), Mainnet, PPC, Robotiker, Spidcom, Telvent, der Universitäten von Dresden und Karlsruhe sowie Yitran entstanden.

"Wir treten nun in eine neue, sehr wichtige Phase ein. Nach zahlreichen Pilotprojekten und einigen kommerziellen Einrichtungen in den USA ist die Zeit reif für einen Standard als Voraussetzung einer breit angelegten Einführung" , so Brett Kilbourne, Director of Regulatory Affairs und Associate Counsel beim United Telecom Council.

Der Vorstand von OPERA aus bedeutenden Anwendern der PLC-Technologie vereinbarte gemeinsame Regelungen zum geistigen Eigentum und zur Lizenzvergabe, um die endgültige Verabschiedung dieses wichtigen Dokumentes zu beschleunigen. Die OPERA-PLC-Spezifikation wird von internationalen Standardisierungsorganisationen wie IEEE und ETSI gefördert.


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