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FeedTree: P2P greift RSS unter die Arme

Schnellere Updates für Nutzer, weniger Traffic für Anbieter. Formate wie RSS oder Atom erlauben es, bequem zu überblicken, was sich auf Webseiten tut. Vor allem mit dem Aufkommen von Blogs, also einer Vielzahl unterschiedlicher Micromedien, kann die Technik ihre Vorzüge ausspielen und findet zunehmend Nutzer. Doch mit der Popularität kommen auch neue Probleme, vor allem für Website-Betreiber. RSS-Reader lesen die RSS- oder Atom-Feeds regelmäßig aus und verursachen ein nicht zu unterschätzendes Datenaufkommen. Die Peer-to-Peer-Technik FeedTree will hier Abhilfe schaffen und zugleich den Komfort für Nutzer erhöhen.
/ Jens Ihlenfeld
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Während normale Webseiten in der Regel nur wenige Male am Tage abgerufen werden, fordern so genannte RSS-Reader entsprechende Feeds viel häufiger ab, oft mehrmals pro Stunde. Extremfälle bringen es auf mehrere Dutzend Abfragen pro Minute, wie z.B. die Logfiles von Golem.de zeigen. Hinzu kommt, dass nur wenige RSS-Reader eine Kompression der Daten unterstützen, wie sie HTTP 1.1 erlaubt. Letztendlich führt dies zu einem erheblichen Datenaufkommen – oft ohne Nutzen, da es gar keine Änderung auf den Seiten gibt, und wenn doch, erfährt der RSS-Nutzer dies nur mit Verzögerung. Bei Golem.de machen die News-Feeds mittlerweile rund 40 Prozent des gesamten Traffics aus.

FeedTree(öffnet im neuen Fenster) will diese Situation ändern, denn die entsprechenden Abfragen werden über ein Peer-to-Peer-Netz abgewickelt. Sieht ein Teilnehmer im Netz einen neuen Eintrag in einem Feed, werden alle Teilnehmer, die den Feed darüber abonniert haben, direkt per P2P-Multicast informiert. Nutzer sollen so schneller über neue Einträge informiert werden.

RSS-Anbieter können das Netzwerk alternativ direkt über Updates informieren, was die Verzögerung nochmals verkürzt. FeedTree bietet dazu die Java-Software FeedTreePublisher(öffnet im neuen Fenster) an. Diese prüft bestehende Feeds in kurzen Abständen und informiert die P2P-Teilnehmer über Änderungen oder sendet eine "Heartbeat"-Nachricht, um anzuzeigen, dass eine Feed-Abfrage für alle anderen unnötig ist. Optional können diese Nachrichten signiert werden.

Technisch setzt FeedTree auf das selbst organisierende Nachrichtenprotokoll Scribe(öffnet im neuen Fenster) auf, das wiederum das strukturierte Peer-to-Peer-Overlay-Netzwerk Pastry(öffnet im neuen Fenster) nutzt.

FeedTree liegt derzeit in der Version 0.7 vor und kann unter feedtree.net(öffnet im neuen Fenster) heruntergeladen werden.


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