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Eve Online: Neuer Server-Cluster für 100.000 Abonnenten

Online-Spieluniversum für mindestens 24 Stunden offline. Das durch die Spielerlast oft ächzende Eve Online bekommt einen neuen Rechner-Cluster spendiert. Ein fast kompletter Austausch der Server-Hardware ist für Online-Rollenspiele nichts Alltägliches, Spiele wie etwa World of Warcraft setzen bei eintretendem Spieleransturm einfach neue Server auf. Das ist bei CCPs Eve Online prinzipbedingt nur schwer möglich.
/ Andreas Sebayang
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Bei Eve Online gibt es nur eine Spielewelt, daher können die Entwickler den Spielern nicht die Gelegenheit geben, in eine weniger befüllte "Parallel-Welt" zu wechseln, damit sie dort weiterspielen können. Das würden auch die meisten Spieler nicht mitmachen wollen, da die mühsam erarbeitete Reputation unter den Mitspielern einfach verschwinden würde.

Die mittlerweile von 100.000 Abonnenten bevölkerte Spielewelt, von denen zu Spitzenzeiten gut 23.000 gleichzeitig online sind, ächzte schon länger unter dem Spielerwachstum, das im letzten Jahr plötzlich einsetzte. CCP geht recht offen mit den Problemen um und versuchte, mit der Erweiterung Red Moon Rising einige Optimierungen durchzuführen, die jedoch wegen der noch immer ansteigenden Spieleranzahl recht schnell wirkungslos wurden.

Bereits zum Jahreswechsel kündigte CCP einen neuen Rechnerverbund an. Als neue Hardware will CCP nun 70 Dual-CPU-Blades mit AMDs Opteron einsetzen. Die Blades haben je zwei Prozessoren mit 2,4 GHz Takt und 2 bis 4 GByte Arbeitsspeicher. Verglichen zu den alten Servern mit je zwei 2,8-GHz-Intel-Xeons, von denen CCP zurzeit ebenfalls 70 im Einsatz hat, soll der neue Rechnerverbund in Zukunft gut die doppelte Spieleranzahl verkraften können. Der neue Server wird zudem in einem anderen Rechenzentrum untergebracht, welches eine bessere Anbindung an das Internet haben soll.

Um die Spieler auf die neue Hardware zu locken, setzten die Entwickler auf der eigentlichen Spielewelt eine Meldung ab, dass die neue Server-Hardware nun bereit und eine große Invasion auf dieser zu erwarten sei.

Dem Angebot folgten schätzungsweise rund 4.000 Spieler, die auf den frisch eingerichteten Rechner-Cluster wechselten. Dort kam es zu heftigen Gefechten mit den Entwicklern und anderen CCP-Mitarbeitern, die in recht überlegenen Raumschiffen Jagd auf die Spieler machten. Zudem blockierten CCP-Mitarbeiter die Sprungtore zu überfüllten Systemen: In einigen Systemen waren während des Tests mehr Spieler anzutreffen als dies sonst der Fall bei Eve-Online ist.

Es gab während des Tests zudem einige Probleme, unter anderem enorme Verzögerungen während der Anmeldung, da sich 3.200 Spieler gleichzeitig auf der neuen Hardware anmelden wollten. Außerdem war die Hardware, die die Datenbanken steuerte, nicht die schnellste – das eher ungewöhnliche Szenario, dass nahezu jeder Spieler in einen Kampf verwickelt wurde, sorgte für Lastspitzen, mit denen auch die neue Hardware zu kämpfen hatte. Ein weiterer Lasttest soll deshalb am heutigen Abend (20. Februar 2006) mit der Hardware durchgeführt werden.

Wenn alles nach Plan verläuft, soll der Austausch der Hardware am morgigen Dienstag, dem 21. Februar 2006, ab 9:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit durchgeführt werden und rund 24 Stunden andauern. Eve-Spieler sollten jedoch für den Fall der Fälle ein längeres Skill-Training ansetzen, damit der eigene Charakter auch während des Ausfalls weiterlernen kann. Bereits die Installation von Red Moon Rising dauerte wesentlich länger als ursprünglich angekündigt.

Wegen der Vorbereitungen für den neuen Server verspätet sich der mittlerweile "Blood" genannte Patch, der unter anderem neue Blutlinien einführen sollte. Sollte der Hardwareaustausch reibungslos ablaufen, könnte der "Blood"-Patch noch diesen Monat in die Software einfließen.


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