EU warnt vor Regulierungsausnahme für Telekom-Glasfasernetz
"Eine solche Ausnahme lässt das EU-Recht nicht zu" , ließ Reding nach Angaben des Focus den verantwortlichen Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) wissen. Die Deutsche Telekom ist weiterhin der Meinung, dass sie ihr neues Glasfasernetz für einige Jahre alleine, also unter Ausschluss der Konkurrenz, nutzen darf. Ein Telekom-Sprecher sagte Focus: "Wir können unmöglich drei Milliarden Euro in den Aufbau des Netzes stecken, wenn wir dafür nicht eine gewisse Investitionssicherheit bekommen."
Bis 2007 will T-Com die 50 größten Städte in Deutschland mit Hochgeschwindigkeitsbreitbandanschlüssen versorgen. Darunter versteht das Unternehmen Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit pro Sekunde. Mitte 2006 sollen die ersten Städte an das neue Glasfasernetz angeschlossen werden.
Die Konkurrenten der Telekom und Telekommunikationsverbände hatten die Forderungen der Telekom mehrfach attackiert. Die Telekommunikationsunternehmen wollen auch künftig die Netze der Telekom mitbenutzen, während die Telekom auf Exklusivität drängt. Die Deutsche Telekom gab an, dass im Rahmen des Investments rund 5.000 neue Jobs geschaffen werden könnten.
Die Bundesnetzagentur teilte schon im Dezember 2005 mit, dass VDSL nur dann aus der Regulierung herausfällt, wenn die Telekom darüber höherwertige und im Markt noch nicht vorhandene innovative Produkte schafft und geht damit auf Konfrontationskurs mit der EU-Kommission. Die Bundesnetzagentur behält sich die Möglichkeit offen, das VDSL-Netz als neuen Markt mit hochwertigen und innovativen Produkten zu sehen, womit ihrer Meinung nach das geplante VDSL-Netz aus der Regulierung herausfallen würde.