Brauchen Behörden Hintertür für Windows Vista?
Zwar lassen sich schon heute Festplatten verschlüsseln, mit der Einführung von Windows Vista dürfte allerdings erstmals auch die breite Masse von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Dies könnte nun Strafverfolgungsbehörden vor erhebliche Probleme stellen, wenn es darum geht, die Inhalte von Festplatten Verdächtiger zu analysieren, ohne dass diese ihr Passwort herausrücken.
Die BBC berichtet(öffnet im neuen Fenster) , dass die britische Regierung deshalb darüber nachdenke, eine Backdoor, also eine Art Nachschlüssel, für die BitLocker getaufte Verschlüsselung zu fordern. Diese nutzt ein TPM (Trusted Plattform Module), um die Schlüssel zu speichern. Vor diesem Hintergrund könnte es für Staatsanwaltschaften schwierig werden, die Daten z.B. für einen Gerichtsprozess rechtzeitig aufzubereiten.
Cambridge-Professor Ross Anderson, verantwortlich für die TCPA-FAQ(öffnet im neuen Fenster) , forderte deshalb laut BBC im Rahmen einer parlamentarischen Expertenanhörung, dass die Regierung eine entsprechende Hintertür verlangen solle.
Gegenüber Golem.de erläuterte Anderson: "In Fällen von Missbrauch müssen Richter in der Lage sein, das Aufsperren des Rechte-Management-Mechanismus anzuordnen." Dabei ist ihm vor allem die Verknüpfung mit Trusted Computing ein Dorn im Auge: "Das TPM ist eher für Bills [Bill Gates, Anm. d. Red] Sicherheit als für meine" , so Anderson gegenüber Golem.de.
Wer um seine Privatsphäre besorgt sei, solle lieber zu PGP oder schwer zu überwachenden Techniken wie Wegwerf-Mail-Accounts greifen, rät Anderson.