Anonymisierungsdienst AN.ON testet Bezahlfunktion
Die Betreiber wollen zwar auch weiterhin einen grundsätzlich kostenlosen Zugang zum Anonymisierungssystem zur Verfügung stellen, sehen sich aber gezwungen, zumindest einen Teil der Kosten auf jene Benutzer umzulegen, die eine hohe Verbindungsgeschwindigkeit verlangen.
Dazu starten sie mit dem Testbetrieb eines volumenbasierten Abrechnungssystems(öffnet im neuen Fenster) für AN.ON, das "datenschutzfreundlich" sein soll. Die Bezahlung erfolgt momentan mit "Spielgeld", persönliche Daten müssen nicht angegeben werden.
Um das Bezahlsystem zu nutzen, müssen die Nutzer mittels JAP ein Konto bei einer so genannten Bezahlinstanz anlegen, das mit gängigen Zahlungsmethoden wie PayPal, Kreditkarte oder Überweisung aufgeladen werden kan. Persönliche Daten sollen auch im endgültigen System nur dann gespeichert werden, wenn es, abhängig von der vom Nutzer gewählten Bezahlmethode, unbedingt zur Abrechnung notwendig ist. Spätestens nach der Abrechnung werden die Daten wieder gelöscht, versprechen die Betreiber.
Für den bezahlten Betrag erhalten die Benutzer ein Transfervolumen, das sie zum Surfen im Internet verwenden können. Die Bezahlinstanz rechnet dazu das jeweilige verbrauchte Volumen bei der entsprechenden Mixkaskade ab und belastet das Konto des Nutzers.
Bei AN.ON werden Kommunikationsverbindungen nicht direkt an den Webserver geschickt, sondern über eine so genannte Mixkaskade geleitet. Da viele Benutzer gleichzeitig den Anonymitätsdienst nutzen, werden die Internetverbindungen jedes Benutzers unter denen aller anderen Benutzer versteckt: So könnte jeder Benutzer der Urheber einer Verbindung gewesen sein. Niemand, kein Außenstehender, kein anderer Benutzer, nicht einmal der Betreiber des Anonymitätsdienstes, soll herausbekommen können, welche Verbindungen ein bestimmter Benutzer hat. Seit Juli 2005 unterstützt die von AN.ON entwickelte Software JAP auch das Onion-Routing-Netz TOR.