Neue Elemente für traditionelle Reihe. Neben den Devil-May-Cry-Spielen ist sicherlich die Castlevania-Reihe seit Jahren die erste Wahl für alle Spieler, die ein Faible für Vampire und düstere Romantik haben – die Entwickler von Konami haben es schon mehrfach geschafft, dunkle Schlösser und finstere Höllenfürsten sehr stimmungsvoll in Szene zu setzen. Mit "Castlevania – Curse of Darkness" nimmt man einen neuen Anlauf, begeistert diesmal allerdings nicht so sehr wie bei den Vorgängern.
Kennern der Reihe wird schnell auffallen, dass sich Curse of Darkness doch stark von den letzten Castlevania-Teilen abgrenzt – es gibt einen neuen Hauptcharakter, neue Waffen, neue Extras. Im Mittelpunkt steht diesmal Hector, ein ehemaliger Gehilfe des Fürsten der Finsternis, der große Schwierigkeiten hat, über den tragischen Tod seiner Geliebten hinwegzukommen. Nach Draculas Ableben hatte er eigentlich den bösen Mächten entsagt, ehemalige Mitstreiter und Feinde spinnen aber geschickt ein Netz von Intrigen um ihn – und bald schon beginnen die ersten Gefechte, ohne dass von vorneherein klar wäre, gegen wen man hier alles antritt und wer im Hintergrund eigentlich die Fäden zieht.
Durch die Wälder Europas, in denen zahlreiche monströse Gestalten für Angst und Schrecken sorgen, geht es bis zum Schloss von Dracula, wobei das Gameplay trotz wechselnder Szenarien meist identisch ist. Hier wird ganz einfach alles geschnetzelt, was einem vor die Klinge läuft, und das auf oft sehr vorhersehbare Art und Weise: Ein Raum wird betreten, zahlreiche böse Kreaturen stürmen auf den Spieler ein und erst wenn alle erledigt sind, werden die überall verstreuten magischen Siegel entfernt und es darf ins nächste Areal weitergelaufen werden.
Die klassische Castlevania-Peitsche kommt in Curse Of Darkness übrigens nicht wirklich zum Zug, stattdessen ist Hector ein Meister der Klinge und schlägt mit Schwertern, Äxten oder Speeren um sich. Vor allem bei den größeren Kontrahenten ist intelligenter Combo-Einsatz gefragt und wer mag, kann sich mit den unterwegs gefundenen Materialien gar eigene Hiebwaffen zusammenbasteln – was allerdings spannender klingt als es letztendlich ist, zumal der Griff zum gerade verfügbaren Schwert ohnehin meist die beste und einfachste Wahl ist.
Ein weiteres neues Element in Curse of Darkness sind die so genannten "Innocent Devils" – kleine Kreaturen, die vom Spieler erschaffen werden können und sich zum Beispiel im Kampf einsetzen lassen oder aber auch bei der Lösung der (wenigen) Rätsel unterstützen, indem zum Beispiel sie Hector über einen Abgrund tragen oder beim Öffnen einer Tür helfen. In bester Rollenspiel-Manier gewinnen diese Kreaturen ebenso wie Hector im Spielverlauf an Kraft und Fähigkeiten hinzu; es lohnt sich also, sich gut um sie zu kümmern.
Trotz neuer Ideen spielt sich Curse of Darkness leider deutlich monotoner als die Vorgänger, was vor allem am Level-Design liegt – stellenweise hat man das Gefühl, dieselben Kämpfe immer wieder durchzumachen, was zusätzlich durch die ebenfalls nicht sonderlich abwechslungsreiche Gestaltung der Gegner verstärkt wird. Erfahrene Spieler werden sich zudem über den ungewohnt niedrigen Schwierigkeitsgrad wundern – so schnell konnte man sich selten zuvor in einem Castlevania durch die Gegnerhorden schnetzeln und neue Items und Erfahrungspunkte einsammeln. Selbst die Bosskämpfe sind – zumindest in der ersten Hälfte des Spiels – keine wirkliche Herausforderung.
Castlevania – Curse of Darkness ist ab dem 16. Februar 2006 für jeweils knapp 60,- Euro für Xbox und die PlayStation 2 erhältlich. Zum Test lag uns nur letztere Version vor. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren erhalten.
Fazit: In Sachen Präsentation gibt es am neuen Castlevania wenig auszusetzen, die Optik ist wieder einmal stimmungsvoll in Szene gesetzt, der orchestrale Soundtrack begeistert erst recht. Leider drückt das stark monotone Gameplay auf die Motivation: Level und Gegner ähneln sich oftmals so sehr, dass auch der Einsatz der neuen Mini-Kreaturen das nicht wirklich wettmachen kann. Bedenkt man, welche spielerischen Highlights bereits unter dem Castlevania-Brand erschienen sind, muss man Curse of Darkness wohl oder übel zu den eher enttäuschenden Veröffentlichungen zählen.