Atari in finanziellen Schwierigkeiten
Der Umsatz in Ataris drittem Quartal 2005/2006 lag bei 100,8 Millionen US-Dollar, ein Rückgang von rund einem Drittel gegenüber dem Vorjahr, als man 156,4 Millionen US-Dollar umsetzte.
Rund 82,4 Millionen US-Dollar entfielen auf den Bereich Publishing, der im Vorjahr noch für rund 137,9 Millionen US-Dollar Umsatz sorgte. Vor allem die Titel "Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi" (PS2), "Dragon Ball Z: Super Sonic Warriors 2" (NDS), "The Matrix: Path of Neo" (PS2, Xbox und PC) und "Atari Flashback 2" liefen gut.
Im Bereich Distribution setzte Atari im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2005/2006 18,4 Millionen US-Dollar um und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres.
Unter dem Strich steht ein Nettoverlust von 4,8 Millionen US-Dollar, verglichen mit einem Nettogewinn von 19,6 Millionen US-Dollar im entsprechenden Quartal des Vorjahres.
Hinzu kommen finanzielle Probleme: So weist Atari darauf hin, dass Kredite an HSBC Business Credit in den USA nicht rechtzeitig zurückgezahlt wurden und die Bank Atari keine weiteren Kredite geben wolle. Mittlerweile seien aber keine Kredite bei HSBC mehr offen. Dennoch spricht Atari von substanziellen Zweifeln an der Fortführung des Geschäftsbetriebs.
Dass Atari in ernst zu nehmenden Schwierigkeiten steckt, unterstreicht auch die Ankündigung, Rechte an geistigem Eigentum zu lizenzieren oder ganz zu verkaufen sowie die Kosten zu senken. Letzteres schließt explizit den Abbau von Personal und die Einstellung einzelner Entwicklungsprojekte mit ein. Diane Baker, bisher als CFO für die Finanzen des Unternehmens verantwortlich, verlässt derweil das Unternehmen, um sich neuen Aufgaben zu widmen.