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Spieletest: We Love Katamari - Spiele-Innovation aus Japan

Electronic Arts bringt ungewöhnlichen PS2-Titel nach Deutschland. Kreative und innovative Spielideen sind auf dem Markt für Konsolenspiele eine absolute Ausnahmeerscheinung, die meisten Hersteller setzen auf bewährte und bekannte Konzepte aus Angst, einen Flop an der Verkaufstheke zu landen. Umso beeindruckender ist es dann, wenn ein Spiel wie "We Love Katamari" erscheint, das von gängigen Spielprinzipien nicht viel wissen will.
/ Thorsten Wiesner
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Wer sich das erste Mal das Gameplay von We Love Katamari erklären lässt, wird sich kaum vorstellen können, wie schnell dieser Titel süchtig macht – dafür klingt die Spielidee einfach zu krude. Per Analog-Sticks rollt man eine Kugel durch kunterbunte Landschaften und sammelt mit eben dieser "klebrigen" Kugel alles auf, was so herumliegt, um mit der Zeit immer größer und mächtiger zu werden. Hat man zu Beginn also noch einen ganz kleinen Ball, an dem auf einer Reise durchs Wohnzimmer gerade mal Büroklammern, Socken und andere ähnliche Kleinigkeiten haften bleiben, erreicht man mit der Zeit immer größere Ausmaße und nimmt dann auch Hunde, Autos oder später gar Häuser mit.

Das Ganze klingt wirr und abgefahren, sorgt beim Spielen aber für Begeisterung – einerseits auf Grund des Zeitdrucks, der einen beim Rollen antreibt, andererseits durch den Wechsel der Perspektive, der mit der Zeit automatisch eintritt. Je größer die Kugel wird, desto kleiner erscheint im Gegenzug natürlich die Umgebung – eben war ein Haus oder ein Mensch auf der Straße noch riesig, im nächsten Moment sind sie nur noch kleine Punkte am Boden. Stößt man übrigens zu früh an zu große Gegenstände, verliert man einen Teil seiner Größe wieder; ein Auto lässt sich eben erst dann "mitrollen", wenn man selbst schon deutlich größer ist.

Da sich dieses Rollkonzept prinzipiell unendlich fortführen ließe, haben die Entwickler jedem Areal ein eigenes Ziel gesetzt – es gilt also, eine ganz bestimmte Größe zu erreichen, um im Spiel weiterzukommen. Witzige Missionsideen geben dem Ganzen auch noch eine inhaltlich unterhaltende Komponente – da soll dann zum Beispiel der Kopf eines Schneemannes gerollt werden oder man kugelt einen Sumo-Ringer durch die Gegend mit dem Ziel, seiner Plauze den nötigen Durchmesser zu verleihen.

Optisch ist We Love Katamari sicherlich kein Titel, der die Hardware an die Grenzen treibt – die Optik ist knuffig und witzig, stellenweise aber auch etwas detailarm. An der tollen und durch viel Japano-Pop geförderten Atmosphäre ändert das wenig, zumal auch die Hintergrundgeschichte ähnlich abgedreht ist wie das Spiel selbst und von einem Prinzen erzählt, der durch das Aufrollen neuer Kugeln glitzernde Sterne für das Firmament erschafft.

Eine detaillierte Auswertung nach jeder Mission gibt Auskunft darüber, wie gut man sich als Ball gemacht hat – für dauerhafte Motivation auf Grund des Wunsches, die eigene Leistung zu verbessern, ist somit gesorgt. Hinzu kommt auch ein Mehrspielermodus, in dem wahlweise mit- oder gegeneinander gerollt werden darf.

We Love Katamari ist exklusiv für die PlayStation 2 erhältlich und kostet etwa 60,- Euro.

Fazit:
Ein großer Dank gebührt Electronic Arts dafür, dass sie We Love Katamari in Deutschland veröffentlichen – für den Vorgänger Katamari Damacy hatte sich hier zu Lande trotz großartiger Reviews und zahlloser Entwicklerpreise kein Publisher gefunden. Als PS2-Besitzer sollte man sich dieses Spiel auf Grund seiner genial einfachen und dennoch völlig neuartigen Idee nicht entgehen lassen – auch, wer die Schilderung des Gameplays als zunächst etwas befremdlich empfindet, wird sich nach einem kleinen Probespiel schnell eines Besseren belehren lassen und diese innovative Spielspaß-Perle zu schätzen wissen.


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