Spieletest: Mario Party 7 - Schon wieder aufs Brett
Nintendo mit weiterer Neuauflage des altbekannten Prinzips. Nicht mal ein Jahr ist seit der Veröffentlichung von Mario Party 6 vergangen, und schon legt Nintendo erneut nach – die Frequenz dieser Reihe übertrifft mittlerweile sogar das, was Electronic Arts Sportspiel-Fans mit den jährlichen Updates der EA Sports-Reihen zumutet. Leider drückt das Ganze in diesem Fall auch massiv den Innovationsgehalt: Mario Party 7 hat als Bonus nämlich genau das Extra zu bieten, mit dem bereits Mario Party 6 aufwarten konnte.
Wer sich Mario Party 6 kaufte und in der Packung neben der Spiele-Disc ein Mikrofon fand, mit dem sich einige der Mini-Spiele steuern ließen, wird das Ganze noch recht witzig gefunden haben; die Tatsache, dass bei Teil 7 nun wieder ein Mikro dabei ist, hat allerdings nur noch begrenzten Unterhaltungswert – auch wenn es für die Zusatz-Hardware wieder nette Verwendungsmöglichkeiten innerhalb der Turniere gibt, etwa zum Aufblasen von Ballons oder dem Explodieren-lassen von Bomben.
Auch ansonsten hat sich nicht wirklich viel getan: Auf einem von sechs unterschiedlichen Spielbrettern tritt man gegen Mitmenschen oder Computergegner an, lässt seinen Lieblingscharakter wie Mario oder Yoshi per Tastendruck würfeln und rückt dann auf den virtuellen Feldern weiter. Unterwegs werden Sterne eingesammelt, oder – wenn man Pech hat – verloren, zudem gibt es Sonderfelder, auf denen man zum Beispiel von Oberbösewicht Bowser herausgefordert wird. Zwischendurch warten Shops darauf, dass man in ihnen die ersparten Münzen für kleine Goodies ausgibt.
Hat jeder Spieler seinen Zug gemacht, beginnt die Minispielrunde und eines von knapp 90 kurzen Games wird ausgelost. In diesen wird abwechselnd im Modus jeder gegen jeden, alle gegen einen oder zwei Teams gegeneinander eine der meist simplen Aufgaben bewältigt: Mal muss man vor dem Licht einer Taschenlampe wegrennen, dann kleine Jump&Run-Einlagen gewinnen oder ein kurzes Rennen absolvieren. Zwar sind alle Mini-Spiele neu designt, viele von ihnen haben aber dennoch große Ähnlichkeit mit den Aufgaben aus den Vorgängerspielen.
Antreten dürfen mittlerweile übrigens bis zu acht Spieler – jedes der vier Gamepads wird dann von jeweils zwei Akteuren benutzt, wobei der eine Spieler den Haupt-Stick auf der linken Seite, der andere den etwas kleineren auf der rechten Seite benutzt. Möglichst viele Freunde sollte man sich aber ohnehin einladen, denn seinen vollen Reiz entwickelt Mario Party erst in geselliger Runde. Ein Einzelspieler-Modus ist zwar vorhanden, auf Grund der ständig selben Abläufe, bei denen man immer wieder den KI-Gegner beim Würfeln und Ziehen zuschauen muss, gestaltet der sich aber recht zäh.
Auch auf technischer Seite gibt es nicht wirklich Neues zu vermelden: Wie schon die Vorgänger bietet auch Mario Party 7 viele witzige Animationen, ist im Grunde optisch, aber nicht wirklich auf der Höhe der Zeit. Für ein Spiel dieser Art ist die Grafik zwar sicherlich sekundär, trotzdem wäre es aber schön gewesen, wenn man zumindest stellenweise das Gefühl hätte, dass sich die Entwickler um eine Verbesserung bemüht hätten.
Mario Party 7 ist inklusive Mikrofon bereits im Handel erhältlich und erscheint exklusiv für den Nintendo Gamecube. Das Spiel kostet etwa 60,- Euro.
Fazit: So innovativ Nintendo etwa im Bereich der DS-Spiele vorgeht, so einfallslos sind sie leider bei der Mario-Party-Reihe geworden – Mario Party 7 bietet im direkten Vergleich zum Vorgänger praktisch keine neuen Ideen, auch die witzige Mikro-Ergänzung kennt man bereits. Wer als GameCube-Besitzer wirklich noch keinen Teil der Reihe besitzt und oft Freunde zu Besuch hat, darf natürlich trotzdem bedenkenlos zugreifen, Besitzer des Vorgängers sollten sich das Geld aber lieber sparen.