Spieletest: Torino 2006 - Olympisches Schnee-Treiben
Offizielles Spiel zu den XX. Olympischen Winterspielen. Selbst Videospiel-Veteranen werden nur wenige Wintersporttitel nennen können, an die sie auch heute noch gern zurück denken – abseits der legendären Epyx Winter Games erschienen in diesem Genre meist nur sehr mäßige Programme, vor allem, wenn es sich um offizielle Olympia-Spiele handelte. Torino 2006 von 2K Games ist allerdings glücklicherweise keiner von diesen Titeln, bei denen auf Grund hoher Lizenzkosten kein Geld mehr für eine vernünftige Spieleentwicklung übrig war.
Bei Torino 2006 handelt es sich um das offiziell lizenzierte Videospiel zu den XX. Olympischen Winterspielen, weshalb hier dann auch an den originalen Schauplätzen angetreten wird, die es ab dem 10. Februar 2006 in zahlreichen TV-Übertragungen zu sehen gibt. Die Lizenz umfasst allerdings keine berühmten Original-Sportler – hier wird nur die Nationalität des eigenen Charakters bestimmt, bekannte Wintersport-Recken gibt es hingegen nicht zu sehen.
Zur Auswahl stehen komplette Wettbewerbe oder auch das Üben einzelner Disziplinen, was sich zunächst durchaus anbietet, da für viel Abwechslung zwischen den Wettbewerben gesorgt wird. Bei der Ski-Abfahrt etwa muss Fingerspitzengefühl bei der Lenkung bewiesen werden, das Skispringen hingegen fordert perfektes Timing bei Absprung und Landung sowie dem Balancieren in der Luft. Andere Disziplinen sind nicht ganz so angenehm zu steuern, Eisschnellauf etwa gewinnt man nur durch rabiates und schnelles Tasten-Hämmern – die guten alten Heimcomputer-Zeiten lassen grüßen.
Biathlon, Bob und Rodeln sind da deutlich besser umgesetzt, allerdings gilt für alle Disziplinen gleichermaßen die starke Schwerpunktlegung auf Arcade: Meist reichen wenige Tasten, um die Wettkämpfe zu meistern, und eben diese werden einem am Bildschirmrand sogar noch angezeigt. Wer also eine herausfordernde Simulation mit steigender Lernkurve sucht, ist mit Torino 2006 denkbar schlecht bedient. Wintersport-Einsteiger und Gelegenheitsspieler freuen sich hingegen über die einfache Zugänglichkeit.
Im Großen und Ganzen gelungen ist die Präsentation: Die Disziplinen sind allesamt nett in Szene gesetzt, die Schneepisten wirken halbwegs realistisch und vor allem an den Animationen der Sportler gibt es wirklich kaum etwas zu kritisieren; pompöse und wirklich atmosphärische Zwischensequenzen fehlen allerdings. Weniger gut gefällt auch die Tatsache, dass es keinen echten Mehrspieler-Modus gibt – nur via Hotseat darf nacheinander angetreten werden, Netzwerk- oder Online-Unterstützung gibt es hingegen keine.
Torino 2006 ist für den PC, die Xbox und die Playstation2 im Handel erhältlich. Dieser Test bezieht sich auf die PC-Version, die anderen Fassungen lagen uns nicht vor.
Fazit: Mit Torino 2006 liefert 2K Games sicherlich kein Spielspaßwunder ab, dafür aber einen im großen und ganzen soliden Wintersport-Titel. Dank der Jagd nach immer neuen Highscores und Bestleistungen ist das Spiel auch auf längere Sicht immer mal wieder für einen kleinen Wettkampf gut. Wer eine der sonst üblichen Lizenz-Katastrophen erwartet hatte, kann also aufatmen – und vor allem Einsteiger freuen sich über die simple Bedienung und die leichte Zugänglichkeit.