Interview: .berlin - Top-Level-Domain für die Hauptstadt
Auch New York und London wollen eigene Top-Level-Domains
Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) soll demnächst entscheiden, ob Berlin eine eigene Top-Level-Domain bekommt. Die Netzeitung sprach mit Dirk Krischenowski, dem Gründer der "Dotberlin-Initiative".
Wer eine neue solche Top Level Domain (TLD) beantragen will, sieht sich zunächst einer Verwaltungsschlacht mit den Gralshütern bei der ICANN gegenüber. Dirk Krischenowski setzt sich mit seiner Dotberlin-Initiative für eine eigene Domain der deutschen Hauptstadt ein. Er erläuterte gegenüber der Netzeitung seinen Plan und den Stand der Dinge.
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Netzeitung: Wie kamen sie auf die Idee, Berlin eine eigene Top-Level-Domain zu geben?
Dirk Krischenowski: Die Idee, Städte-Domain-Endungen zu schaffen, hatten wir zum ersten Mal im Jahr 2000. Als dann die New-Economy-Blase platzte, ging das aber zunächst einmal wieder unter. Als sich Katalonien im Jahr 2004 erfolgreich bei der ICANN um ".cat" bewarb, wurde der Plan dann wiederbelebt. Mitte 2005 wurde Dotberlin gegründet, bei dem mittlerweile fünf Personen beschäftigt sind. Finanziert wird es von uns privat, wir sind aber bereits bei der Akquise von Sponsoren, Kooperationspartnern und weiteren Teilhabern.
Ein wichtiger Grund für unsere Initiative ist die Namensknappheit, die im .de-Domain-Bereich herrscht. Viele regionale Firmen und Privatleute müssen notgedrungen auf einen Namen mit beispielsweise einem "-berlin-Anhang" ausweichen. Außerdem setzen die großen Suchmaschinen immer mehr auf lokale Dienste. Das passt sehr gut mit regionalen Top-Level-Domains zusammen. Zudem sind die großen Städte wie London, New York und Berlin auch Zentren der Internet-Entwicklung und die Bedeutung von Städten im Allgemeinen nimmt weltweit immer weiter zu.
Netzeitung: Finden Sie nicht, dass die Endung ".berlin" etwas abwegig und mit sechs Buchstaben etwas lang für eine Top-Level-Domain ist?
Krischenowski: Mit ".museum" und ".travel" haben wir ja noch zwei andere Domains, die auch sechs Buchstaben haben. ".info" und ".jobs" enthalten auch nicht viel weniger. Wir finden es charmant, so ein beschreibendes Wort zu benutzen und keine Abkürzung wie ".bln" oder ".ber", die keinen emotionalen Bezug zur der Stadt schafft. Grundsätzlich müssen neue Domains, die keine Länder-Domains sind, mindestens drei Buchstaben haben, denn die zweibuchstabigen wie ".de" oder ".at" sind ausschließlich für existierende und künftige Nationen reserviert.
Netzeitung: Wie wird das Genehmigungsverfahren bei der ICANN laufen?
Krischenowski: Es gibt demnächst eine weitere Runde, bei der sich neue Top-Level-Domains bewerben können. Dafür müssen die Bewerber bis Herbst 2006 nachweisen, dass es mit ihnen keine technischen Probleme geben wird und dass das Business-Modell hinter der neuen Domain-Endung funktioniert. Vor allem muss aber ein Bedarf nach der neuen TLD nachgewiesen werden. Wir sind nicht die einzigen Bewerber, die eine Städte-Domain anmelden möchten. Auch in New York und London gibt es entsprechende Initiativen, mit denen wir auch in Kontakt sind und unsere Erfahrungen mit der ICANN austauschen. Außerdem haben die Schotten die ".sco"-Endung für das ICANN-Verfahren angemeldet.
Netzeitung: Welche Aussichten hätten andere deutsche Städte? Wo ist die Grenze für solche regionalen Domains?
Krischenowski: Bei München und Köln hätten wir ein Problem mit den Umlauten. Es wird noch eine Weile dauern, bis die ICANN Umlaute in Domain-Endungen zulassen wird. Frankfurt wäre ein Grenzfall, weil es etwas zu klein ist und die Stadt jedes Jahr Millionenbeträge in das Projekt pumpen müsste, damit es sich rechnet. Bei einer Stadt oder Region unter einer Million Einwohnern dürfte es schwer werden. ".bayern" oder ".hamburg" wären also durchaus denkbar.
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Nicht zu vergessen diejenigen, die die "richtigen" Domains vorsorglich in einen...
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NIEMAND kürzt Berlin mit ber ab ... das Kürzel für Berlin ist "BLN"
Dein Vorschlag mit den Subdomains wäre für mich vollkommen akzeptabel ... nur kommt man...