Freie Rohdaten von Digitalkameras: Umfrage zur RAW-Nutzung
Viele Digitalkameras bieten neben JPEG auch ein Rohdatenformat zur Speicherung der Bild-Sensorinformationen an, die ungleich bessere Ausgangsdaten für die digitale Bildbearbeitung bieten. Die Bearbeitung der Rohdatenformate ist über zahlreiche Bildbearbeitungsprogramme möglich, jedoch müssen diese die Kameramodelle explizit unterstützen. Leider kocht jeder Hersteller bei diesem Format, das landläufig als RAW bezeichnet wird, sein eigenes Süppchen.
Die OpenRAW Working Group, deren Initiator der deutsche Fotograf Jürgen Specht ist, setzt sich für von den Herstellern dokumentierte Rohdaten-Formate ein, da man fürchtet, langfristig bei alten Kameras die Unterstützung der Hard- und Softwarehersteller zu verlieren und die Gefahr besteht, dass sich Foto-Archive nicht mehr oder nur mit großem Aufwand öffnen lassen. Die Gefahr ist letztlich nicht nur auf Rohdaten aus Digitalkameras, sondern bei allen geschlossenen Datenformaten vorhanden.
Undokumentierte Formate sorgen dafür, dass sie von Software-Entwicklern kostenaufwendig und rechtlich riskant per Re-Engineering erschlossen werden müssen. Mit der Umfrage will man Fragen rund um die RAW-Verwendung von Fotografen erfassen und auswerten. Die Umfrage wird von zahlreichen Gruppierungen wie Freelens, Luminous Landscape, NikonCafe, StockPhotoTalk, Berufsfotografen.com, Associazione Nazionale Fotografi Professionisti unterstützt.
Die Ergebnisse der Umfrage sollen öffentlich gemacht werden und als Argument gegenüber der Fotoindustrie genutzt werden, ihre Rohdatenformate zu dokumentieren. Die Umfrage soll zwei Monate bis Ende März 2006 laufen.