Lokale Suche kombiniert Webinhalte mit Branchenbuchdaten
Die lokale Suche von t-info bündelt Branchenbuchdaten mit Webseiteninformtionen, um so Daten aus der Offline- und der Online-Welt miteinander zu koppeln. Ein ähnliches Verfahren verwendet auch Google für seine lokale Suche, bei der auf die Datensätze von Branchenbüchern sowie auf Googles Suchindex zurückgegriffen wird. Bisher steht Google Local aber noch nicht in einer deutschen Variante zur Verfügung.
Die lokale Suche von t-info wird über zwei Eingabemasken gefüttert, worüber man den Begriff und den gewünschten Ort eingibt. Letzteres kann ein Ortsname, eine Straße einschließlich Hausnummer oder eine Postleitzahl sein. Diese Geodaten werden dann als Suchkriterien verwendet, um Ergebnisse außerhalb dieses Bereichs auszublenden. Zugleich lässt sich das Umfeld durch Wahl einer Kilometerangabe weiter eingrenzen.
Derzeit befindet sich die lokale Suche von t-info in einem internen Alpha-Test. Die Entwickler arbeiten daran, dass die Websuche nur kommerzielle Daten zu Geschäften, Hotels, Restaurants, Ärzten und Ähnlichem anzeigt. Die große Herausforderung sieht t-info darin, dass keine Webseiten in den Suchergebnissen auftauchen, auf welche die entsprechenden Kriterien nicht zutreffen. So sollen etwa Preisvergleiche oder Reisebuchungsseiten nicht in den Suchergebnissen erscheinen, wenn man nach bestimmten Produkten oder Hotels sucht. Neben rein kommerziellen Angeboten wird die lokale Suche auch Behördendaten bereit stellen, um etwa die nächste Meldestelle in der Nähe der Wohnung zu finden.
Zu jedem Suchtreffer liefert die lokale Suche dann eine so genannte Web-Visitenkarte, die neben Name, Anschrift und Telefonnummer auch Öffnungszeiten oder andere Informationen bereitstellt, sofern diese verfügbar sind. Außerdem zeigt ein Kartenausschnitt die Position des gefundenen Geschäfts. Allgemein stehen neben Kartendaten auch Routenplanungsfunktionen bereit. Alle Suchergebnisse erscheinen wahlweise in einer typischen Suchergebnisliste oder man lässt sich die Treffer auf einer Übersichtskarte anzeigen.
Mit zahlreichen Hilfsmitteln will t-info den Nutzern die Arbeit mit der Suchmaschine erleichtern. Der Suchindex ist in Rubriken unterteilt, so dass zu Suchanfragen passende Unter- oder Oberrubriken zum Anklicken vorgeschlagen werden können. Sucht man etwa nach einer Tanzschule, erscheinen als mögliche Unterrubriken verschiedene Tanzstile wie Tango, Salsa oder Standard.
Eine ähnliche Hilfsfunktion steht bei der Ortssuche bereit. Gibt man einen Ortsnamen ein, der in Deutschland mehrfach vorkommt, wählt die Suchmaschine den bekannteren Ort aus, bietet aber mit einem Klick die Möglichkeit, die Suche auf die weniger bekannte Ortschaft anzuwenden, da entsprechende Vorschläge in den Ergebnissen erscheinen.
Finanziert wird die lokale Suche über bezahlte Werbelinks, wie es allgemein bei Suchmaschinen üblich ist. Diese Werbelinks sind von den übrigen Suchergebnissen abgegrenzt und werden in gesonderten Bereichen oberhalb oder neben der Trefferliste angezeigt. T-info schließt aus, dass die Sortierung der Suchergebnisse durch Bezahlung von Firmen beeinflusst werden kann. Gewerbetreibenden wird die Möglichkeit gegeben, sich gezielt in die Suchmachine eintragen zu lassen, was redaktionell von t-info überwacht wird.
Benjamin Broshi, Leiter Strategie und Marktkommunikation bei t-info, schwärmt: "Was uns von herkömmlichen Suchmaschinen unterscheidet, ist die Relevanz der Treffer – statt endloser Trefferlisten findet der User bei uns wirklich nur die Informationen, die er für den gewünschten Ort haben will." Bereits seit langem bietet t-info die Internetsuche im Telefonbuch sowie den beiden Branchenbüchern Gelbe Seiten und Das Örtliche, um etwa nach Geschäften, Hotels oder Restaurants zu suchen. Allerdings wurden dazu bislang keine Internetinformationen herangezogen.
Mit einem offenen Beta-Test soll die lokale Suche von t-info im März oder April 2006 online gehen. Dann werden allerdings noch nicht alle Daten vollständig sein und womöglich wird es auch noch Optimierungen an den Suchalgorithmen geben, aber die prinzipiellen Funktionen sollen dann bereits laufen. Für den Sommer 2006 ist dann auch eine mobile Variante der lokalen Suche geplant, um die Datenbasis bequem per Handy, Smartphone oder PDA abfragen zu können. Bis Jahresende soll der Beta-Test abgeschlossen sein und die Final-Version der lokalen Suche online gehen.
Vollmundig hatte Google bereits zur letztjährigen CeBIT im März 2005 verkündet, noch im Jahr 2005 die lokale Suche Google Local nach Deutschland zu bringen. Bislang wurde dieser Plan aber nicht umgesetzt. Als neuen Termin visiert Google nun an, die lokale Suche im ersten Halbjahr 2006 in einer deutschen Version fertig zu haben. Google Local wird dann wie in den USA mit Google Maps und Google Earth verknüpft, so dass der Zugriff auf entsprechendes Kartenmaterial samt Satellitenbildern möglich ist.
Nachtrag vom 1. Februar 2006 um 10:40 Uhr:
Gegenüber der Financial Times Deutschland(öffnet im neuen Fenster) wurde bereits die Webadresse enthüllt, über die t-info die lokale Suche anbieten wird. Die URL lautet www.suchen.de(öffnet im neuen Fenster) und ist bereits freigeschaltet, verlinkt derzeit aber noch auf die bisherigen Suchdienste von t-info.