McKinsey: Regulierung schadet Telekommunikation
McKinsey stellt sich dabei hinter die Forderungen der Telekom, das geplante VDSL-Netz, das Breitbandanschlüsse von 50 MBit/s verspricht, von der Regulierung auszunehmen. So sieht McKinsey in erster Linie die aktuelle Regulierungspolitik als Ursache für den Rückstand bei VDSL-Verbindungen.
Große Unternehmen der Branche, darunter auch die Deutsche Telekom, die die erforderlichen Milliarden-Investitionen bewältigen könnten, zögern angesichts der Unsicherheit hinsichtlich der Zugangsrechte von Konkurrenten, so die Unternehmensberatung. Sie fürchten um eine angemessene Kapitalrendite, wenn sie nicht selbst bestimmen können, unter welchen Voraussetzungen sie Wettbewerber in ihre Netze lassen.
Jürgen Meffert, Director bei McKinsey und einer der Autoren der Studie, plädiert für ein System, das sich stärker auf Marktmechanismen als auf Regulierung stützt. Als Beispiel zitiert er den Bereich Mobilfunk, der in Deutschland nicht reguliert ist und aktuell deutlich sinkende Preise dank starkem Wettbewerb verzeichnet.
Die Investitionen in die Telekommunikationsinfrastruktur seien in Deutschland mit 72 Euro pro Kopf weit hinter dem OECD-Durchschnitt von 151 Euro. "Mit seinem kostenbasierten Regulierungsansatz bietet Deutschland keinen Anreiz für größeres Engagement der Unternehmen. Die Erfahrung in anderen Ländern zeigt: Von Deregulierung profitiert nicht nur die Telekommunikation, sondern die gesamte Volkswirtschaft. Die stärkt Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit" , so Meffert.
So kommt die McKinsey-Studie zu dem Schluss, dass eine weitere Regulierung zu anhaltender Stagnation auf dem Telekommunikationssektor in Europa führen und damit die allgemeinen politischen Ziele der Lissabon-Agenda zur Schaffung eines elektronischen Europas gefährden würde.