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Microsofts Quelltext-Angebot ein "vergifteter Apfel"?

Öffnung des Windows-Quellcodes stößt auf Kritik und Zurückhaltung. Mit der Ankündigung, Teile des Quellcodes von Windows zu veröffentlichen, um so den Forderungen der Europäischen Kommission nach Offenlegung von Protokoll-Spezifikationen nachzukommen, stößt Microsoft auf Kritik. Während Microsoft das Vorhaben als generösen Schritt darstellt, vergleicht es die Free Software Foundation Europe (FSFE) mit dem Angebot eines vergifteten Apfels.
/ Jens Ihlenfeld
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Man gehe über die Forderungen der Europäischen Kommission hinaus und gewähre Entwicklern Einblick in den Quellcode als ultimative Form der Dokumentation, so kündigte es Microsoft an. Doch auch wenn Überschriften wie "Microsoft will Windows-Quelltext offenlegen" ein positives Medienecho andeuten, muss Microsoft doch teilweise harsche Kritik einstecken.

So äußerte sich Jonathan Todd, Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, gegenüber Infoworld(öffnet im neuen Fenster) eher zurückhaltend: "Es wäre verfrüht zu sagen, dass der Zugang zum Quelltext das Problem löst." Deutlichere Worte kommen zudem von der Free Software Foundation Europe (FSFE).

Die FSFE sieht das grundlegende Problem nicht in der Dokumentation, wie sie schon bisher existiert, vielmehr geht es ihr um die Bedingungen, unter denen diese zur Verfügung gestellt werden. Und welche Lizenzbedingungen für den Einblick in den Quelltext gelten sollen, ist weitgehend noch unklar. Microsoft hat nur eines bislang sehr deutlich gemacht: Es wird nicht erlaubt sein, den Quelltext zu übernehmen.

An dieser Stelle wittert die FSFE nun eine Gefahr: Microsoft erhalte ggf. ein Argument, um gegen Wettbewerber vorzugehen, da deren Entwickler doch prinzipiell aus dem Quelltext von Microsoft abgeschrieben haben könnten.


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