ReactOS reagiert auf Reverse-Engineering-Vorwürfe

Quelltext soll komplett überprüft werden

Überraschend hatten die Entwickler des freien Windows-Klons ReactOS Donnerstag bekannt gegeben, dass die Entwicklung vorläufig eingestellt würde. Jetzt steht fest: ReactOS soll Quelltext enthalten, der durch Reverse Engineering entstanden ist. Dabei wurde jedoch gegen geltendes US-Recht verstoßen, so dass nun der komplette Quelltext überprüft werden soll.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

In einer offiziellen Stellungnahme stellt ReactOS-Entwickler Steven Edwards klar, dass das freie Betriebssystem keine Teile aus dem original Windows-Quellcode enthält. Vielmehr gebe es Probleme mit dem Verfahren, wie einige Teile des Codes entstanden seien. In den USA ist nur das so genannte "Cleanroom Reverse Engineering" legal, bei dem sich ein Entwickler die original Implementierung anschaut und dies dokumentiert. Auf Basis dieser Dokumentation kann dann ein weiterer Entwickler die neue Implementierung vornehmen, die nur die Funktionsweise des Originals nachahmt, sich aber nicht weiter daran orientiert.

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Wie nun bekannt gegeben wurde, sind jedoch unter Umständen Teile des Codes durch Reverse Engineering entstanden, bei denen ein Entwickler die original Implementierung untersucht und daraufhin eigenen Code geschrieben hat. Damit könnte gegen das Urheberrecht der betroffenen Teile verstoßen worden sein.

Das ReactOS-Projekt möchte für die Zukunft in den Projekt-Richtlinien zum geistigen Eigentum festhalten, dass ausschließlich Code nach dem Cleanroom-Verfahren erlaubt ist. Zudem soll nun der komplette bestehende Quelltext geprüft werden, um Teile aufzuspüren, die nicht nach dem Cleanroom-Prinzip entstanden sind. Ferner sollen zukünftig alle wichtigen Entwickler unterschreiben müssen, dass sie sich an die Vorgaben zum Reverse Engineering halten.

Edwards bezieht jedoch auch Stellung zum Windows-Quelltext, da einige ReactOS-Entwickler durchaus in Besitz von Kopien waren. Diese hätten jedoch angegeben, welche Teile sie sich angeschaut hätten und dürften nun an den entsprechenden Teilen in ReactOS nicht mehr mitarbeiten, um so rechtliche Probleme zu vermeiden. Auch dies wird künftig in den Richtlinien des Projektes festgehalten.

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Abschließend weist Edwards darauf hin, dass die komplette Untersuchung des Quelltextes auf jeden Fall durchgeführt werde, auch wenn sie einige Jahre dauern könnte. Wann demnach Version 0.3 des Betriebssystems erscheint, ist vorerst ungewiss.

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Floix 12. Apr 2006

Möglicherweise weil dynamische Seiten (in diesem Fall php) nicht von Suchmaschinen...

Physicus 22. Feb 2006

Man sollte nicht immer von sich auf andere schliessen. Nur weil Du keine Ahnung vom...

Physicus 22. Feb 2006

Die Entwicklung von ReactOS wurde inzwischen wieder aufgenommen. Der code audit läuft...

Physicus 22. Feb 2006

Ein Fork würde dem Projekt nur schaden. Die Kräfte wären geteilt und das Projekt...

ztor 29. Jan 2006

Hier gehts doch um Reverse Engineering... Es gibt afaik auf dieser Welt keinen...



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