Mehr Ab-18-Spiele - USK legt Jahresbilanz 2005 vor
Über 15.000 Produktionen wurden seit 1994 bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) eingereicht. Das elfte Prüfjahr war zugleich das dritte Jahr des neuen Jugendschutzrechts. 2.686 Titel wurden bei der USK im Jahr 2005 geprüft – im Vorjahr waren es noch 2.152 Stück, etwas weniger als 2003 (2.286 Stück). In den Jahren vor 2003 waren es 1.210 Titel (2002), 949 Titel (2001), bzw. 930 Titel (2000).
Der Großteil der Spiele entfiel auch 2005 auf die PC-Spiele, Mac-Spiele inklusive. Hier stieg die Zahl im Vergleich zu den beiden Vorjahren (2003/2004 je rund 1.190 Stück) auf beachtliche 1.310 Stück.
Deutlich auch das Wachstum bei den Konsolen- und Handheld-Spielen, die USK prüfte hier 1.197 Spiele auf ihre Kinder- und Jugendtauglichkeit. 2004 waren es 895 Konsolenspiele, im Jahr 2003 hingegen deutlich mehr (1.095 Stück). Der Großteil der eingereichten Spiele entfiel wie in den Vorjahren auf die PlayStation 2 (438 Titel), gefolgt von der Xbox (274 Stück), dem GameBoy Advance (156), dem Nintendo DS (105), dem GameCube (89) und erstmals auch auf die PlayStation Portable (85) sowie die Ende 2005 erschienene Xbox 360 (48).
Nicht alle Spiele sind auch im vergangenen Jahr schon erschienen, was vor allem auf die Xbox-360-Spiele zutreffen dürfte. Auffällig ist auch, dass nur beim GameCube die Zahl der eingereichten Spiele von 94 im Jahr 2004 auf 89 im Jahr 2005 zurückging, was das Bauchgefühl bestätigt, dass GameCube-Besitzer – abgesehen von einigen Perlen wie Resident Evil 4 – das Nachsehen haben, wenn es um die Zahl neuer Spiele geht.
Aufgeteilt auf die Spielgenres sind – alle Plattformen zusammengerechnet – wieder die Arcade-Spiele (Beat'em Up, Shoot'em Up, Geschicklichkeit, Racer) in der Überzahl (556 im Jahr 2005, 413 im Jahr 2004). Auf Platz zwei stehen wieder die Spielesammlungen mit 363 Titeln, während es nur 197 im Vorjahr waren. Die Zahl der Shooter (Platz 3 mit 219 Spielen), liegt mittlerweile knapp über der Zahl der auf Platz vier folgenden Sportspiele (216 Spiele, 2004 noch 170 Stück). Auf Platz fünf folgen die Jump'n Runs mit 135 Titeln (108 im Vorjahr), danach kommen die Action-Adventures und Simulationen (beide 105), Gesellschafts- (88) und Strategiespiele (82), die Kategorie "Genremix" (70) und zu guter Letzt die Rollenspiele (66).
Fast 60 Prozent aller Titel erhielten eine Freigabe unterhalb der zwölf Jahre (54,5 Prozent im Vorjahr), was die Einstufungen "Ohne Altersbeschränkung" und "ab 6 Jahren" betrifft. Der Anstieg hier liegt laut USK am enormen Zuwachs an Spielesammlungen. Während die Zahl der "ab 16 Jahren" freigegebenen Spiele von 19 Prozent (2004) auf 17,4 Prozent (2005) absank.
Interessant ist, dass hingegen die Zahl der Spiele mit Einstufung "Keine Jugendfreigabe" (Ab 18) von 3,9 Prozent (2004) auf 4,1 Prozent sowie die Zahl der indizierungsgefährdeten Spiele mit verweigerter Kennzeichnung von 0,9 Prozent (2004) auf 1,5 Prozent (2005) anstiegen. Seit 1. April 2003 wurde laut USK im Prüfverfahren 72-mal die Entscheidung "Keine Kennzeichnung gemäß §14 JuSchG" getroffen – davon entfielen alleine 40 Spiele auf das Jahr 2005.
Die USK hatte 2005 im Rahmen der in Medien und Politik oft emotional geführten "Killerspiel"-Debatte einiges an Kritik einstecken müssen, aufgeregte Kritik an angeblich nicht ausreichend harten Einschätzungen und dem Jugendschutz-System aber stets scharf zurückgewiesen. "Bund und Länder waren sich im Jahr 2005 einig: Die Selbstkontrolle für Computerspiele funktioniert. Auch im Bereich der Entscheidung 'Keine Kennzeichnung gemäß §14 JuSchG' gab es den beiderseits anerkannten fachlichen Austausch" , so USK-Leiter Dr. Klaus-Peter Gerstenberger anlässlich der Jahresbilanz 2005.



