Spiele-PDA Gizmondo vor dem Aus?

So kündigte Tiger Telematics am 13. Januar 2006 an, bis zum 31. März 2006 beachtliche 75 Millionen US-Dollar auftreiben zu müssen, andernfalls werden bestimmte Zahlungen im Zusammenhang mit kurzfristigen Krediten für die Tochter Gizmondo Europe fällig. Eigentlich hätten die Kredite in Höhe von 21,2 Millionen Euro schon Ende 2005 zurückgezahlt werden müssen. Tiger hat garantiert, die Summe bis zum Stichtag am 31. März 2006 zu begleichen und sichert die Zahlungen auch mit seinen SmartAdd-Patenten (zielgruppengerichtete Werbeeinblendungen) und den Aktienanteilen an SmartAdds Inc. ab. Allerdings ist derzeit nicht absehbar, woher das Geld kommen soll. Tiger/Gizmondo verweist nur auf Verhandlungen in der Vergangenheit, gibt aber selbst zu bedenken, dass man derzeit nicht sagen könne, ob diese zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden können.
Auch der britischen Niederlassung Gizmondo Europe geht es dank fehlender Investitionen nicht gut und sah sich gezwungen, am 20. Januar 2006 einen Insolvenzantrag zu stellen. Am 31. Januar soll verhandelt werden, ob der Handheld-Anbieter in England etwas Zeit zur Restrukturierung erhält, durch den Antrag besteht bereits Gläubigerschutz. Die Angestellten müssen derweil bei fortgeführter Geschäftstätigkeit eine 50-prozentige Gehaltskürzung hinnehmen, durch die Gizmondo Europe zwischenzeitlich die Kosten reduzieren will und auf bessere Chancen für eine Erholung hofft – gleichermaßen geht aber Tiger Telematics davon aus, nach "Alternativen" suchen zu müssen, sollte eine geplante Brückeninvestition von 5 Millionen US-Dollar nicht helfen.
Gizmondo Europe erwartet, dass innerhalb der nächsten paar Tage auch seine Tochter Gizmondo Studios in Großbritannien und Schweden einen Insolvenzantrag wird stellen müssen. Bisher nicht betroffen sein soll Gizmondo USA. Ob es Tiger Telematics bzw. Gizmondo noch schaffen werden, ihre Pläne für einen mit Breitbild-LCD bestückten Nachfolger ihres aktuellen Gizmondo-Geräts auf den Markt zu bringen, erscheint in Anbetracht der aktuellen Meldungen des Konzerns und seiner Töchter immer unwahrscheinlicher.



