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iTunes: Spioniert Apple das Verhalten seiner Nutzer aus? (U)

Abspielverhalten bestimmt Albumvorschläge des MiniStores. Mit dem MiniStore hat Apple in iTunes 6.0.2 eine Funktion eingebaut, die dem Nutzer beim Abspielen von Musik recht genau anzeigt, welche passenden Alben im Music Store zur Verfügung stehen. Dazu überträgt iTunes den Titel des aktuell abgespielten Albums an die Server von Apple. An der für viele unangenehmen Datenerfassung lässt sich iTunes jedoch recht einfach hindern.
/ Andreas Sebayang
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Nach dem Update auf iTunes 6.0.2 nimmt die Software Kontakt zu Apples Music Store auf, um zu einem aktuell laufenden Titel passende Alben vorzuschlagen. Die Datenweitergabe sorgt für Misstrauen, allerdings scheint alles nur halb so schlimm zu sein, wie erste Untersuchungen besorgter iTunes-Nutzer ergeben. Auch eigene Untersuchungen von Golem.de geben zurzeit wenig Grund zur Besorgnis.

Zum einen lässt sich das Verhalten recht schnell abschalten: Das Schließen des MiniStores macht der Datenübertragung ein Ende. Zum anderen wird nicht bei jedem einzelnen Abspielen eines Songs Kontakt mit dem Music-Store aufgenommen. Springt man zum nächsten Titel desselben Albums, kommt es zu keiner Verbindung. Nur bei dem erstmaligen Abspielen eines Titels wird eine Verbindung aufgebaut und die Daten für den Music Store heruntergeladen. Zu den Verbindungen gehören auch zahlreiche http-Aufrufe, die auch der normale Music Store ausführt, um etwa die Albumbilder und Beschreibungen herunterzuladen.

Zu einem Update der Daten kommt es also erst, wenn iTunes versucht, Musikangebote zu einem noch nicht abgespielten Künstler oder Album zu bekommen. Die Funktion ist in etwa vergleichbar mit dem CDDB-Dienst zur Abfrage von Albumdaten beim Einlegen einer Audio-CD. Nur gab es bei der Nutzung der CD-Datenbanken kein vergleichbares Echo der Nutzer.

Wie bedenklich die Funktion tatsächlich ist, muss der Nutzer selbst entscheiden. Apple nutzt jedoch nach Erkenntnissen des Blogs Since1968(öffnet im neuen Fenster) den Dienstleister Omniture im Music Store, um das Verhalten der Besucher genauer zu beobachten. Damit unterscheidet man sich jedoch nicht von anderen Online-Shops, die Ähnliches betreiben. Für ein tatsächliches Anlegen und Auswerten von Daten zur Erstellung eines Nutzerprofils gibt es jedoch (bisher) keine Hinweise. Dazu ist die Datenerhebung zu unpräzise und vor allem noch fehlerbehaftet. So stellt iTunes beim Abspielen einer Playlist keine Verbindung zum Music Store her, wenn der nächste Titel von einem anderen Interpreten stammt.

Nachtrag vom 12. Januar 2006, 12:25 Uhr:
Apple selbst hat zu den Vorwürfen gegenüber der Macworld  Stellung bezogen(öffnet im neuen Fenster)  und versichert, dass keinerlei Informationen über Nutzer gesammelt und diese ausschließlich für die Einblendungen verwendet werden. Nach Erkenntnissen(öffnet im neuen Fenster) des Weblogs boingboing überträgt iTunes neben dem Titel und dem Album aber auch eine sechsstellige Nutzer-ID an die Apple-Server. Dies scheint aber eigentlich unnötig, glaubt man Apples Beteuerungen.


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