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Spieletest: Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia

Buena Vista Games mit Umsetzung für PC und Konsole. Über die niedrige Qualität der meisten Spiele zu Kinofilmen ist bereits mehr als genug gesagt worden. Über "Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia" lässt sich in diesem Zusammenhang allerdings durchaus Gutes berichten: Das Spiel mag vielleicht kein außergewöhnliches Highlight darstellen – besser als die recht enttäuschende Leinwandvorlage ist es aber allemal geworden.
/ Thorsten Wiesner
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Der König von Narnia hält sich eng an die Film- bzw. Literaturvorlage – erzählt wird also auch hier die Geschichte einer Fantasy-Welt, die im Schnee zu versinken droht, einer bösen Hexe, die an allem schuld ist und vier Geschwistern, die laut Weissagung als einzige die Ordnung wieder herstellen können. Zum Fortspinnen der Geschichte kommen meist Original-Filmsequenzen zum Einsatz, die dann jeweils nahtlos in Spielegrafik übergehen.

Apropos Spielgrafik: Die ist überraschend ansehnlich geworden: Die verschneiten Wälder und zugefrorenen Seen warten mit vielen kleinen Details auf und sorgen für Atmosphäre. Und auch das Gameplay ist abwechslungsreicher, als man es von den meisten simplen Action-Spielen zu Kinofilmen kennt. Zwar ist auch hier oft simples Knöpfchendrücken angesagt, um Oger, Wölfe oder Trolle zu besiegen – keine besonders spannende Herausforderung, zumal die KI der Kontrahenten fast nicht vorhanden ist und der stellenweise doch höhere Schwierigkeitsgrad einzig in der Masse der Feinde begründet liegt.

Die Entwickler machten sich aber ganz offensichtlich Gedanken, wie sich die vier Geschwister sinnvoll ins Spielgeschehen integrieren lassen – und sorgten so dafür, dass jeder einzelne über besondere Fähigkeiten verfügt, was ein häufiges Wechseln zwischen den Charakteren unabdingbar macht. Susann ist etwa in der Lage, Kontrahenten zu betäuben, Peter hingegen entpuppt sich als besonders mächtiger Kämpfer. Edmund erklimmt problemlos Bäume und Lucy gelingt es auf Grund ihrer kompakten Maße als einziger, auch in kleine Höhleneingänge zu schlüpfen. Hinzu kommen einige witzige Combos, die durch das Kombinieren von zwei Charakteren möglich sind. Um so angenehmer, dass sich das Ganze auch im 2-Spieler-Koop-Modus absolvieren lässt.

Allzu viel taktischen Tiefgang sollte man trotzdem nicht von Narnia erwarten – Buena Vista Games setzt ganz klar auf Unterhaltung für die ganze Familie, wirklich harte Kopfnüsse sind hier nicht zu knacken. Hinzu kommt, dass im späteren Verlauf die guten Ideen immer seltener werden; da wiederholt sich dann doch einiges.

Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia ist für die PlayStation 2 und den PC im Handel erhältlich. Dieser Test bezieht sich allerdings nur auf die PS2-Version, da uns die PC-Fassung leider nicht vorliegt. Umsetzungen für GameCube und Xbox sind derzeit in Arbeit.

Fazit:
Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia ist kein außergewöhnlich gutes Spiel geworden, glücklicherweise aber auch kein Lizenzschrott – in puncto Atmosphäre hat der Titel deutlich mehr zu bieten als etwa die Leinwandumsetzung, auch wenn die Motivation im Spielverlauf dank beständiger Wiederholungen immer stärker abnimmt. Anhänger von C.S. Lewis investieren ihr Geld dennoch hier zweifellos besser als an der Kinokasse.


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