Auch Linux durch Wine anfällig für WMF-Sicherheitsloch
Der Netzwerkspezialist George Ou hat in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) eine E-Mail von H. D. Moore veröffentlicht, dem Autoren des Proof-of-Concept-Codes für das WMF-Sicherheitsloch. Demnach seien sowohl Wine als auch Cedega und CrossOver Office betroffen, da das komplette Meta File API in Wine implementiert wurde. Sämtliche Applikationen, die in einer dieser Umgebungen ausgeführt werden, sind daher anfällig für die Sicherheitslücke. Ein in ein Word-Dokument eingebettes WMF-Bild könnte beispielsweise zum Einschleusen von schädlichem Programmcode dienen.
Laut Moore ließe sich so nicht nur Windows-Code ausführen, sondern auch nativer Shellcode auf dem betroffenen System. Marcus Meissner von Suse hat bereits einen Patch(öffnet im neuen Fenster) an die Wine-Entwickler weitergereicht.
Unter Windows 2000, XP und Windows Server 2003 lässt sich die Sicherheitslücke ausnutzen, indem Opfern manipulierte WMF-Bilddateien untergeschoben werden. Microsoft stellt mittlerweile einen Patch bereit.
Laut F-Secure(öffnet im neuen Fenster) wurde beim Design von WMF in den 80er-Jahren allerdings explizit vorgesehen, dass Bilder ausführbaren Code mitbringen können, das Wine-Projekt hätte somit einfach die WMF-Spezifikation korrekt umgesetzt. Moore hingegen findet die Implementierung des Media File API überraschend, da den Entwicklern seiner Meinung nach das darin befindliche Sicherheitsrisiko hätte auffallen müssen. Dies sei auch nicht das erste Mal, dass ein Windows-Sicherheitsproblem direkt Wine betreffe. Es sei aber wohl das erste Mal, dass es auch einen Effekt für das darunter liegende System habe, so Moore weiter.