2005: Freie Software, freies Wissen, freie Dokumente

Das Jahr 2005 im Rückblick (Teil 1)

Viele Themen bestimmten das Jahr 2005, einige davon wollen wir in unserem vierteiligen Jahresrückblick noch einmal Revue passieren lassen. Der Blick nach hinten mit etwas Abstand lässt das Eine oder Andere deutlicher werden und bietet zugleich Stoff zum Nachdenken, nachdenken über das, was 2006 zu erwarten ist. Der erste Teil richtet seinen Blick auf die Themen freie Software, freies Wissen und freie Dokumente, aber auch Patente spielen eine Rolle.

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Sun setzt voll auf Open Source
Sun-Präsident Jonathan Schwartz setzt auf Open Source
Sun-Präsident Jonathan Schwartz setzt auf Open Source
Für Sun gibt es offenbar nur eine Richtung: Open Source. Das Unternehmen kündigte wiederholt an, all seine Software als Open Source anbieten zu wollen und beließ es nicht bei bloßen Worten. So steht Solaris 10 in Form von OpenSolaris mittlerweile als Open Source zur Verfügung, das Java Enterprise System soll folgen. Sun will Solaris so zu einer kostenlosen Windows-Alternative ausbauen. Doch auch andere greifen Suns Vorlage auf und bieten eigene Distributionen auf Basis von OpenSolaris an.

Künftig will Sun auch Hardware als Open Source anbieten und kündigte bereits den neuen Multi-Core-Prozessor UltraSPARC T1 als Open Hardware an. Damit wandelt Sun auf IBMs Spuren, die schon früher im Jahr das OpenPower-Projekt starteten. Ganz allgemein scheint Sun dem Weg von IBM in Richtung "Services" zu folgen.

Weniger Open-Source-Lizenzen und freies Java
Allerdings stößt Sun mit seinem Engagement auch auf Kritik, so kreierte das Unternehmen mit der Common Development and Distribution License (CDDL) eine eigene Lizenz für seine Open-Source-Software, die inkompatibel zur GPL ist. Die Pläne für ein Open-Source-DRM-System wiederum missfallen der Electronic Frontier Foundation.

An einem anderen Punkt stellt sich Sun quer, die Kontrolle über Java will das Unternehmen nicht abgeben, IBM hingegen will das Projekt Harmony der Apache Software Foundation und somit eine freie Java-Implementierung unterstützen. Derweil machen die verschiedenen Ansätze einer freien Java-Implementierung Fortschritte und könnten auch in Harmony zum Einsatz kommen.

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Einen ganz anderen Ansatz zum Thema Open Source verfolgte Google mit dem Summer of Code: Projekte konnten Vorschläge einreichen, die dann, von Google finanziert, durch Studenten umgesetzt wurden.

Debian, und es erscheint doch
Martin Michlmayr: Mit mehr System zu schnellerem Debian-Release
Martin Michlmayr: Mit mehr System zu schnellerem Debian-Release
2005 war auch das Jahr von Debian, denn nach langen Verzögerungen erschien im Juni 2005 Debian GNU/Linux 3.1 alias "Sarge". Nach anfänglichen Schwierigkeiten und weiteren Problemen mit Sicherheits-Updates konnte Debian sein Sicherheitssystem ausbauen. Dennoch steht das Projekt vor größeren Herausforderungen, auch um die Qualität zu steigern.

Zusätzliche Unterstützung erhält Debian unter anderem durch die DCC-Alliance, die Debian für den Einsatz in Unternehmen fit machen und die verschiedenen Debian-basierten Projekte zusammenhalten will. Nicht mit dabei ist Ubuntu, das aktuell in der Version 5.10 alias Breezy Badger vorliegt und den Erfolg das Debian-Abkömmlings aus Südafrika fortsetzt. Auch die Live-CD Knoppix hat sich weiter gemausert und kommt mittlerweile als DVD daher.

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