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Spieletest: Starship Troopers - Öde Bug-Ballerei

Spiel zum Film enttäuscht auch Fans der Vorlage. Wenn ein Spiel zum Film satte acht Jahre nach dem Kinostart erscheint, würde man eigentlich annehmen, dass die zuständigen Entwickler genügend Zeit hatten, sich der Leinwandvorlage adäquat anzunehmen. Strangelite Studios beweist mit Starship Troopers leider das komplette Gegenteil: Dieser Shooter ist nicht nur technisch eine Enttäuschung, sondern kann auch inhaltlich nicht mal entfernt an die Atmosphäre des Blockbusters anknüpfen.
/ Thorsten Wiesner
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Als Starship Troopers 1997 in die Kinos kam, waren die Reaktionen des Publikums äußerst gemischt – für viele war der neue Streifen von Paul Verhoeven sehr schnell Kult, andere konnten mit dem eigenwilligen Humor und den politischen Anspielungen hingegen überhaupt nichts anfangen. Genügend Raum für ein spannendes Fortspinnen der Story wäre den Entwicklern des PC-Spiels also geblieben, allerdings entschieden sie sich für eine halbgare und über weite Strecken nicht nachvollziehbare Geschichte, die einerseits neben der Filmhandlung stattfindet, andererseits aber immer wieder durch Original-Kino-Szenen ergänzt wird – was meist inhaltlich keinen Sinn ergibt und eher verwirrt.

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Das Gameplay hingegen lässt sich recht einfach zusammenfassen: In zwölf Missionen muss auf Seiten der Roughnecks die Konföderation gegen ein Heer von Bugs verteidigt werden. Das mag sich vor allem für Kenner des Films zunächst noch ganz spannend anhören, ist es allerdings beim besten Willen nicht – die zahllosen Bugs sind nämlich eher dummes Kanonenfutter als eine wirkliche Bedrohung.

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Wenn von ihnen Gefahr für den Spieler ausgeht, dann nur auf Grund ihrer schieren Masse; die von den Entwicklern erstellte Swarm-Engine ist zumindest gut darin, wirklich Horden von Krabbeltieren zu erzeugen, der Spieler hält aber letztendlich nur dumpf drauf – und freut sich so auch wenig darüber, dass dafür diverse, auch aus dem Film bekannte Schießprügel zur Auswahl stehen.

Wer auf Grund dieser Beschreibung eine ähnliche Shooter-Orgie wie etwa bei Serious Sam erwartet, liegt nicht komplett falsch, allerdings fehlt Starship Troopers all das, was Serious Sam bei aller spielerischen Monotonie zu einem puren Vergnügen machte – wie der augenzwinkernde Humor oder die fantasievoll gestalteten Gegner. Hier sieht das Kanonenfutter immer gleich aus.

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Die Tatsache, dass man von Zeit zu Zeit nicht alleine unterwegs ist, sondern Mitstreiter an seiner Seite hat, sorgt für zusätzlichen Frust – von "Unterstützung" kann hier nämlich beim besten Willen nicht die Rede sein, die Kumpanen versuchen vielmehr, die Bugs in Sachen KI noch zu unterbieten – und das oft erfolgreich. Jedenfalls will es nicht so ganz einleuchten, warum man die Kollegen beschützen soll, wenn die am liebsten mit offenen Armen in ihr Verderben rennen und das Wort "Lebenserhaltung" nicht zu ihrem Wortschatz gehört.

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Die Technik steht dem Gameplay in nichts nach und beeindruckt ebenfalls durch eine sehr lange Negativ-Liste: Ungenaue Kollisionsabfragen, unzählige Clipping- und andere Darstellungsfehler, lange Ladezeiten, magere Soundeffekte und zu allem Überfluss auch noch Hardware-Anforderungen, die nicht im Geringsten zum eher öden Look des Spiels passen. Während des Tests gab es zudem einige Male Abstürze – und nach jedem Absturz war die Überwindung größer, sich erneut auf die Bugs zu stürzen.

Starship Troopers ist im Handel für PC erhältlich und wird in Europa von Frogster Interactive vertrieben. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit:
Die Vorlage bot unzählige Möglichkeiten, Strangelite hat allerdings keine davon genutzt – Starship Troopers ist technisch unausgereift, inhaltlich ohne Atmosphäre und spielerisch so dröge wie schon lange kein Shooter mehr. Selbst leidenschaftliche Fans des Films sollten einen großen Bogen um das Spiel machen – sie würden sich sonst nur ärgern, wie das Thema hier zugrunde gerichtet wurde.


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