Test: Microsofts neues Natural Keyboard überzeugt
In vier folgenden Natural-Keyboard-Modellen hat Microsoft rätselhafterweise wiederholt auf einen vergleichbaren Mechanismus verzichtet. Wer die Nachfolgemodelle ebenfalls nach hinten abfallend postieren wollte, konnte immerhin einen breiten Schaumstoffkeil vorne unter die Tastatur klemmen und sich so provisorisch behelfen. Aber erst mit dem aktuellen Natural-Keyboard-Modell erhalten Kunden nach einer Wartezeit von rund zehn Jahren wieder eine integrierte Möglichkeit, die Tastatur nach hinten abfallend aufstellen zu können.
Beim Natural Ergonomic Keyboard 4000 entschied sich der Hersteller diesmal nicht für eine klappbare Stütze, sondern setzt auf einen andockbaren Plastikkeil, der im Vergleich zu einer Stütze eine deutlich höhere Stabilität liefert. Alternativ kann man auch auf den Keil verzichten und die Tastatur hinten mit Stützen anheben, so dass das Tastaturgefälle zum Anwender weist, was allerdings der Schonung der Sehnen und Handgelenke weniger förderlich sein dürfte.
Wie bei den früheren Natural Keyboards ist das Tastenfeld auch beim neuen Modell in der Mitte geteilt und die beiden Tastenfelder gehen jeweils in der Mitte nach oben, womit sich das Eingabegerät primär an Nutzer des Zehnfingersystems richtet. Beim neuen Modell wurde der Neigungswinkel im Vergleich zu den Vorgängermodellen nochmals leicht angehoben, so dass die beiden Hälften in einem etwas spitzeren Winkel nach oben weisen als bei früheren Natural-Keyboard-Modellen. Damit wird erreicht, dass sich die Unterarme und Handgelenke leichter in eine natürliche Haltung begeben. Darüber hinaus ist das Tastenfeld entlang der Längsseite leicht gebogen, was ebenfalls eine natürliche Arm- und Handhaltung befördert.
In der zweiten Modellreihe nach dem ersten Natural Keyboard zog sich Microsoft erheblichen Zorn vieler Anwender zu, weil der Navigationsblock oberhalb der Cursortasten seit dem Natural Keyboard Elite umgruppiert wurde und sich Käufer mit störenden Änderungen am Tastenlayout abfinden mussten. Dies erwies sich als besonders ärgerlich, weil sich die Natural-Keyboard-Modelle primär an Zehnfingerschreiber richten, die darauf vertrauen, dass sich alle Tasten dort befinden, wo man sie allgemein erwartet. Durch die Umgruppierung des Navigationsblocks entstand bei den früheren Modellen ein unnötig hoher Lernaufwand seitens der Kunden, um sich an die ungewohnte Tastenanordnung zu gewöhnen.
Im Praxistest vermittelt das Natural Ergonomic Keyboard 4000 ein angenehmes Tippgefühl mit klar definiertem Druckpunkt. Positiv fällt auf, dass das Schreiben auf der Tastatur deutlich weniger Geräusche verursacht als das bei früheren Modellen der Natural Keyboards der Fall war. Besonders im Vergleich zum ersten Natural Keyboard fällt die leise Arbeitsweise des Neulings auf. Einzige Ausnahme bilden die beiden unterhalb der Buchstabentasten postierten Vor- und Zurückknöpfe, die im Vergleich zu den übrigen Tasten des Natural Ergonomic Keyboard 4000 recht laute Geräusche von sich geben.
Wer regen Gebrauch von der Windows-Taste macht, wird sich unter Umständen daran stören, dass diese – wie bereits bei den vorherigen beiden Natural-Keyboard-Modellen – nur auf dem linken Tastenfeld zu finden ist und nicht auch die rechte Tastenhälfte ziert. Als sehr nützlich erweisen sich hingegen die oberhalb des Zahlenblocks angeordneten Zusatztasten. Denn dort findet man die Zeichen "(", ")" sowie "=", die man etwa bei der Eingabe von Zahlenkolonnen oft benötigt. Zudem residiert dort eine zweite Backspace-Taste, um fehlerhafte Eingaben zu korrigieren, ohne auf das Buchstabenfeld wechseln zu müssen.
Diesen Fehler hat Microsoft nun mit dem Natural Ergonomic Keyboard 4000 endlich ausgebügelt. Ganz ohne Treiber merkt sich die Tastatur nun den zuletzt aktiven Status der F-Tasten und stellt diesen entsprechend wieder her, so dass hier die Interessen beider Nutzergruppen erfüllt werden. Für Nutzer einer Microsoft-Tastatur mit zwei F-Tasten-Ebenen ohne Merkfunktion erlauben Patches(öffnet im neuen Fenster) immerhin, dass die Standardfunktionen der F-Tasten nach einem Rechner-Neustart aktiviert werden, indem die Belegung der F-Tasten umgekehrt wird.
Microsoft bietet das Natural Ergonomic Keyboard 4000 zum Listenpreis von 49,99 Euro an. Per USB wird die Tastatur an den PC angeschlossen.
Fazit:
Mit dem Natural Ergonomic Keyboard 4000 legt Microsoft endlich wieder eine Tastatur in ergonomischer Bauart vor, welche die Bedürfnisse von Zehnfingerschreibern befriedigt, die mit der ersten Generation von Microsofts Natural Keyboard geweckt wurden. Das Natural Ergonomic Keyboard 4000 verzichtet komplett auf lästige Tastenumgruppierungen und erlaubt für ein möglichst ergonomisches Arbeiten das Nach-hinten-Kippen der Tastatur.
Das angenehme Schreibgefühl vom Natural Ergonomic Keyboard 4000 überzeugt und wird von der geringen Geräuschentwicklung der Tasten flankiert. Der Kunstlederbezug der Handballenauflage verstärkt den positiven Gesamteindruck noch. Sehr löblich ist auch, dass sich die Tastatur nun den Zustand der F-Tasten merkt, so dass sich die normalen F-Tasten ohne jegliche Hürden nutzen lassen. Eine ideale Vervollständigung der Tastatur wäre freilich noch ein USB-Hub, um daran etwa Maus oder USB-Sticks anschließen zu können.
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