Auch Korea verhängt Strafe gegen Microsoft
Zuvor war Microsoft schon in den USA und auch von der Europäischen Kommission bestraft worden, allerdings liegt der Streit mit der EU derzeit beim Europäischen Gerichtshof. Die Vorwürfe und die Entscheidung in Korea ähneln aber denen der Europäischen Kommission.
Die koreanische Wettbewerbsaufsicht wirft Microsoft vor, seine Marktmacht ausgenutzt zu haben, indem das Unternehmen die Windows Media Services, den Windows Media Player und seinen Instant-Messaging-Client in das Betriebssystem Windows integrierte. So habe Microsoft den Markt für Streaming-Server durch die Verbindung mit dem Betriebssystem erobert. Ähnlich habe Microsoft versucht, seine Produkte im Bereich Instant-Messaging zu etablieren.
Neben der Strafe in Höhe von 33 Milliarden Won soll Microsoft innerhalb von 180 Tagen seinen Windows Server ohne die Windows Media Services auf den Markt bringen. Ebenfalls innerhalb von 180 Tagen soll Microsoft die Desktop-Version von Windows in zwei Varianten anbieten, eine mit und eine ohne Windows Media Player und Instant Messenger. Die Version mit vorinstalliertem Media Player und Instant Messaging Client soll aber Links zu Konkurrenzprodukten enthalten.
Die Auflagen sollen zehn Jahre in Kraft bleiben, nach fünf Jahren kann Microsoft aber jährlich eine vorzeitige Aufhebung beantragen.
Microsoft ist mit der Entscheidung derweil nicht einverstanden, man habe sich an die koreanischen Gesetze gehalten, argumentiert das Unternehmen. Das Unternehmen kündigte an, gegen die Entscheidung vor Gericht zu ziehen.
Bereits im Vorfeld der Entscheidung hatte Microsoft gedroht, Windows im Falle einer entsprechenden Entscheidung möglicherweise in Korea vom Markt zu nehmen. Sollte die koreanische Wettbewerbsaufsicht Microsoft dazu zwingen, Code aus Windows zu entfernen oder Windows allein für den koreanischen Markt umzugestalten, "könnte es notwendig sein, Windows in Korea vom Markt zu nehmen oder neue Versionen so lange zu verzögern, bis eine entsprechende Entscheidung ausgesetzt oder aufgehoben wird" , hieß es Ende Oktober in einer Mitteilung von Microsoft an die US-Börsenaufsicht (SEC).



