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Diskussion über Veröffentlichungsmodell des Linux-Kernels

Neue, stabile Kernel-Serie auf Basis von 2.6.16

Linux-Entwickler Adrian Bunk hat ein neues Veröffentlichungsmodell für den Linux-Kernel vorgeschlagen. Dabei soll auf Basis von Kernel 2.6.16 eine neue Serie eingeführt werden, die über mehrere Jahre gepflegt wird. Nur Sicherheitsupdates und aktualisierte Treiber sollen in diesen Zweig einfließen, während neue Funktionen Kernel 2.6.17 und folgenden Versionen vorbehalten bleiben.

Auf der Linux Kernel Mailingliste (LKML) wird derzeit erneut das Veröffentlichungsmodell des Kernels 2.6 diskutiert. Adrian Bunk kritisiert in einer E-Mail, dass in jeder neuen Version viele regressive Fehler auftauchen, durch die zuvor funktionierende Teile des Kernels nicht mehr so arbeiten, wie sie sollen. Zudem mache ein Kernel-Update häufig die Aktualisierung von Userspace-Programmen wie udev notwendig. Viele Anwender würden daher einfach weiterhin alte Kernel-Versionen einsetzen, die bekannte Sicherheitslücken aufweisen.

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Bunk schlägt daher die Einführung einer neuen, stabilen Kernel-Serie vor. Nach Veröffentlichung von Kernel 2.6.17 soll dabei 2.6.16 als stabiler Zweig fortgeführt und über zwei bis drei Jahre gepflegt werden. In diese Reihe sollen neben Sicherheits- auch Treiberupdates einfließen dürfen, während neue Funktionen außen vor bleiben müssten.

Die 2.6.16-Serie soll laut Bunk vor allem Nutzer ansprechen, die derzeit noch auf Kernel 2.4 setzen und sich eine stabile 2.6er-Serie mit Sicherheitsupdates, aber ohne Fehler wünschen. Bunk selbst würde die Pflege dieser Kernel-Serie übernehmen, es aber auch anderen Entwicklern überlassen.

Die anderen Kernel-Entwickler stehen Bunks Vorschlag allerdings eher kritisch gegenüber. So schreibt Arjan van de Ven, der bei Red Hat für den Kernel zuständig war, dass die Wartung schon nach wenigen Monaten zu kompliziert wäre. Treiberupdates könnten nicht einfach von einem aktuellen Kernel in eine andere Version übernommen werden.

Andere Entwickler, wie Jesper Juhl, vertreten die Meinung, dass die Distributoren die Pflege eines stabilen Kernels übernehmen sollten. Ben Collins, der den Ubuntu-Kernel verwaltet, hingegen meint, Bunk wolle das alte Entwicklungsmodell wieder einführen und schlage einfach nur einen anderen Namen vor.

Früher trugen stabile Versionen des Linux-Kernels eine gerade, Entwicklerversionen eine ungerade Nummer. Mit Kernel 2.6 änderte sich dies, da Linus Torvalds auf die Einführung eines 2.7er-Zweiges verzichtete und stattdessen mit Kernel 2.6.11 eine neue Versionierung einführte. Seitdem werden Fehler in Unterversionen der Art 2.6.11.1 korrigiert. Neue Funktionen werden in Andrew Mortons Kernel-Zweig getestet und gelangen so schneller in den offiziellen Kernel.

Viele Entwickler vertreten daher grundsätzlich die Meinung, dass normale Nutzer die von den Distributoren mitgelieferten Kernel-Pakete verwenden sollten. Erfahrene Nutzer hingegen könnten die offiziellen Kernel-Versionen ohne Probleme nutzen.

Die Versionierung des Linux-Kernels wird seit ihrer Änderung häufiger diskutiert, ob sie jedoch in Zukunft wieder geändert wird, steht nicht fest. Auch haben sich Linus Torvalds und Andrew Morton, die Verwalter des Kernels 2.6, zu Bunks Vorschlägen noch nicht geäußert.


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thefox 05. Dez 2005

Eben, warum muß ein Kernel überhaupt Gerätetreiber enthalten? Wäre es nicht sinnvoller...

Anonymer Nutzer 05. Dez 2005

Ja, stimmt.



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