Fahrplan für die GPLv3 steht

Erster Entwurf soll am 16. Januar 2006 vorgelegt werden

Die Free Software Foundation (FSF) hat heute zusammen mit dem Software Freedom Law Center (SFLC) einen Fahrplan zur Überarbeitung der GNU General Public License (GPL) vorgelegt. Ein erster Entwurf der GPLv3 soll am 16. Februar 2006 im Rahmen der "International Public Conference for GPLv3" am Massachusetts Institute of Technology (MIT) vorgelegt werden.

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Die für freie Software entwickelte GPL ist die Open-Source-Lizenz mit der höchsten Verbreitung. Sie kommt laut FSF bei 75 Prozent aller Open-Source-Programme zum Einsatz. Die Lizenz wurde vor mehr als 15 Jahren zum letzten Mal angepasst.

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"Der leitende Grundsatz zur Entwicklung der GPL ist die Verteidigung der Freiheit aller Nutzer", skizziert FSF-Gründer und GPL-Autor Richard Stallman das Prinzip der Lizenz. Sie soll auch in der neuen Version Nutzern entsprechender Software die Möglichkeit geben, diese zu untersuchen, zu kopieren, zu verändern und weiterzuverteilen. Dabei soll die GPLv3 vor allem auf die geänderten Rahmenbedingungen eingehen.

Der nun veröffentlichte Fahrplan sieht vor, dass nach der Veröffentlichung eines ersten Entwurfs im Januar 2006 ein strukturierter Feedback-Prozess beginnt. Aus dieser öffentlichen Diskussion soll dann die endgültige Version hervorgehen. Für den Sommer 2006 ist ein zweiter Entwurf vorgesehen, ein finaler Entwurf soll dann im Herbst vorliegen.

Auf der Konferenz im Januar 2006 sollen Komitees gebildet werden, die die eingereichten Kommentare prüfen sollen. Zudem können unter gplv3.fsf.org individuelle Kommentare abgegeben werden.

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Der GPLv3 kommt große Bedeutung zu, nicht nur weil die GPL die Open-Source-Lizenz mit der größten Verbreitung ist, sondern auch weil viele Projekte unter der "GPL 2.x oder neuer" lizenziert sind, so dass für sie bei Erscheinen automatisch die GPLv3 gilt. Projekte, die dezidiert eine bestimmte Version der GPL einsetzen - beispielsweise Linux -, könnten zur neuen GPL-Version inkompatibel werden.

Die GPL verlangt, dass, wer Software unter der GPL verteilt, auch den Quelltext zur Verfügung stellen muss. Anbieter, die Online-Dienste auf Basis von GPL-Software anbieten, sind davon bisher nicht betroffen, schließlich wird die Software dabei nicht verteilt. Mit der GPLv3 soll aber auch dieses Thema aufgegriffen werden. Entwickler könnten die Möglichkeit erhalten, ihrer Software eine Funktion mitzugeben, die den Download der Quelltexte erlaubt. Über die Lizenz soll dann sichergestellt werden, dass eben diese Funktion nicht aus der Software entfernt werden darf. Damit können dann auch Anbieter, die GPL-Software als Basis für Online-Dienste verwenden, gezwungen werden, die Quelltexte ihrer Software zur Verfügung zu stellen.

Auch das Thema Patente soll sich die GPLv3 annehmen und einfache Nutzungsmöglichkeiten für Patente einräumen. Wer Code unter der GPL zur Verfügung stellt, soll niemanden wegen Patentverletzungen verklagen können, nur weil der GPL-Code unter Einhaltung der Lizenz eingesetzt wird.

Die GPLv3 könnte zudem auch Regelungen zu Trusted Computing (TC) enthalten.

Spätestens im Fühling 2007 soll dann die GPLv3 fertig sein.

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