Star Wars Galaxies - Zu Tode gepatcht? (Update)
Das von Sony Online Entertainment programmierte, recht komplexe Star Wars Galaxies wird laut LucasArts gravierende Änderungen erfahren, um den Spielspaß für alle anzuheben. Im November 2005 veränderten die Entwickler das Kampfsystem – die Kämpfe sollen nicht mehr weitgehend automatisch ablaufen, sondern endlich mehr Star-Wars-typische Action zeigen und dem Spieler die direkte Kontrolle über jede Bewegung geben.
Statt nur die recht langatmigen Kämpfe im Spiel schneller zu machen, haben die Entwickler also ein neues Kampfsystem ersonnen. Viele Spieler werfen den Entwicklern nun vor, dass Star Wars Galaxies seit dem entsprechenden Patch zur Spielverbesserung nur noch mit stumpfen Kämpfen in Diablo-Manier aufwarte und sich nun außerdem wie ein Konsolenspiel mit schlechter Zielerfassung steuere. Um die Vorbereitung für die Ankündigung einer Konsolenversion von Star Wars Galaxies soll es sich aber nicht handeln, so ein offizielles Statement von Sony Online Entertainment.
Ebenfalls überarbeitet wurde das komplexe Berufssystem von Star Wars Galaxies, damit es Einsteigern zugänglicher wird. Auch hier müssen sich LucasArts und Sony Online Entertainment Kritik gefallen lassen, die reduzierten Standardberufe würden die Spieler nicht mehr zum Erschaffen individueller Charaktere und zum Rollenspiel verleiten. Zudem kann nun jeder von Anfang an ein Jedi sein. Damit bringen die Entwickler zwar Jedi-Fans ins Spiel, helfen aber der Star-Wars-Stimmung nicht gerade. Ein Spieler kommentiert den Mangel an Star-Wars-Feeling wie folgt: "In Star Wars Galaxies findet keine galaktische Rebellion statt". Dafür laufen die Kunden im Forum Sturm gegen die letzten Veränderungen am Spiel.
So hat es den Anschein, als ob die große Restrukturierung von Star Wars Galaxies auf eine galaktische Katastrophe für das Spiel hinausläuft und die Spieler die Geduld verlieren. Die zweite große Änderung in diesem Jahr scheinen viele nicht mehr mitmachen zu wollen, auch weil sie sich als Beta-Tester für halbgare Ideen der Entwickler sehen. Die Spieler bemängeln, dass die Server und ihre Gilden sich zunehmend leeren. Vor allem die seit Jahren mangelnde Kommunikation mit den treuen Fans des Spiels wird den Entwicklern nun wieder verschärft vorgeworfen; anstatt bekannte Fehler zu beheben oder die Charakterklassen endlich auszubalancieren, hätten die Entwickler nicht reagiert oder die Probleme noch verschlimmert.
"Ihr habt uns ein einzigartiges Spiel, wunderschöne Welten, eine Hintergrundgeschichte, Schlachtfelder und unsere eigene Star-Wars-Welt gegeben. Dann habt Ihr es alles weggenommen. Alles und fast jeder ist verschwunden", so einer der Spieler-Veteranen(öffnet im neuen Fenster) über das langsame Sterben des Online-Rollenspiels. Um das Spiel zu retten, gebe es nur eine Möglichkeit: Den Stand von vor dem November-Update wiederherstellen, Fokusgruppen aus erfahrenen Spielern und Neueinsteigern gründen und dann vor allem zuhören. "Das Scheitern des Spiels ist bedingt durch Ignoranz, Arroganz und die Unfähigkeit zuzuhören", so die harte Kritik am Entwicklerteam. Star Wars Galaxies habe endgültig das Vertrauen der Spieler verloren, nur drastische Schritte könnten das Spiel nun noch retten, so ein weiterer Spieler(öffnet im neuen Fenster).
Eine erste Reaktion auf die massive Kritik der Spieler und die immer leereren Server seitens Sony Online Entertainment und LucasArts gibt es bereits: John Smedley, der Präsident von Sony Online Entertainment, hat öffentlich Stellung(öffnet im neuen Fenster) bezogen. Man sei sich des Risikos der tiefgreifenden Veränderungen am Spieldesign bewußt, habe aber erst mit der Verbesserung des Spiels begonnen, doch es gebe einen klaren, langfristigen Plan für die weitere Verbesserung. Dabei wolle man keine Spieler verlieren und habe es auch nicht darauf angelegt, diese zu vergraulen. Stattdessen bittet er die Spieler um ihre Geduld und Unterstützung – auf die Vorwürfe der im Dunklen gelassenen Spieler geht er indes nicht weiter ein.
Unterdessen diskutieren die Spielern über die Veränderungen, schreiben offene Briefe an die Entwickler, suchen(öffnet im neuen Fenster) nach wenigstens einigen guten Veränderungen des letzten Patches, rufen zur Benachrichtung der Medien auf und basteln erste Nachruf-Videos(öffnet im neuen Fenster) für Star Wars Galaxies und die ausgestiegenen Veteranen.
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