Dünnfilm-Transistoren zur Erkennung von Krebs und Biowaffen
Die Forscher der Universität Cambridge und der Medizinische Forschungsrat (Medical Research Council, MRC) sind Teil eines Teams, dem dazu ungefähr eine Million Pfund zur Verfügung steht. Die Sensoren sollen auch Krankheiten im Menschen schnell und billig entdecken können.
Das Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren am Fachbereich für Technik und Wissenschaftlern des medizinischen Forschungsrates MRC. Das Gerät soll die extrem schwachen elektrischen Signale auswerten, die bei der Interaktion von DNA-Strängen entstehen, so die Forscher. Die Wissenschaftler rund um Professor Piero Migliorato(öffnet im neuen Fenster) haben nach eigenen Angaben dabei erstmals eine Möglichkeit gefunden, diese Signale mit einer vielversprechenden und preiswerten Technologie zu ermitteln.
Dazu wurden Dünnfilm-Transistoren (TFTs), ähnlich denen von Displays, hergestellt, auf die das Probenmaterial aufgebracht wird. Die Teststreifen, auf denen die TFTs befestigt werden, kommen in die oben beschriebene telefonartige Vorrichtung, ähnlich wie dies beim Kontrollieren des Blutzuckerspiegels gemacht wird.
Das Analysegerät kombiniert die Probe mit speziellen Proteinen, die von Dr. Paul Ko Ferringo und seinem Team am MRC entwickelt wurden. Diese Peptid-Aptamere(öffnet im neuen Fenster) sind Proteine, die mit den TFTs verbunden werden können, um die Präsenz von anderen Proteinen in der Probe zu entdecken. Im Ergebnis können so die Proben auf verdächtige Proteine überprüft werden, die zu den jeweiligen Krankheitserregern gehören.
Dr. Ko Ferrigno bemerkte, dass man die Krankheiten besser bekämpfen könne, je schneller man sie erkenne. Mit dem Analysegerät könnten die Mediziner zumindest ein Werkzeug an die Hand bekommen, das sehr preiswert sei und in einem Rutsch viele Fragen auf einmal klären könne. Die Messstäbchen selbst sollen so günstig sein, dass Massen-Screening der Bevölkerung durchführbar sei.
Das Team glaubt zudem, dass sich die Sensortechnik auch zur Bestimmung anderer Proben, beispielsweise im Bereich des Bioterrorismus und bei der Umweltverschmutzung, nutzen ließe. Das Gerät soll in den kommenden zwei bis fünf Jahren marktreif sein, heißt es aus den Forscherkreisen.