Bitkom-Umfrage: Optimismus beim IT-Mittelstand
56 Prozent der Befragten wollen zusätzliche Jobs schaffen
Die Ergebnisse einer Umfrage unter den mittelständischen Mitgliedern des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) zeigten überwiegend Optimismus, was die Aussichten auf das kommende Jahr angeht. So gaben 72 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie im Jahr 2006 mit einem Umsatzanstieg rechnen. Lediglich 13 Prozent erwarten ein Umsatzminus.
Die Arbeitssuchenden wird freuen, dass 56 Prozent der Firmen angaben, 2006 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen zu wollen, wohingegen nur 13 Prozent mitteilten, Stellen zu streichen und 31 Prozent wollen die Zahl der Beschäftigten zumindest auf gleichem Niveau halten.
"Die kleinen und mittleren Unternehmen zeigen erneut, dass die Schaffung neuer Jobs möglich ist", sagte Bitkom-Vizepräsident Heinz-Paul Bonn und verband diese Aussage mit einem Hinweis auf die Politik: Nach den langen Koalitionsverhandlungen herrsche nun Aufbruchstimmung und die Unternehmen hofften nun auf mutige Reformen der neuen Bundesregierung. Die Vorhaben der neuen Bundesregierung zum Bürokratieabbau oder die Verbesserung der Finanzierungsbedingungen würden den Mittelstand entlasten. Nicht ausreichend betrachtet hingegen Bitkom die Ankündigungen hinsichtlich der Flexibilisierung des Arbeitsrechts und der Vereinfachung des Steuerrechts.
In die falsche Richtung gehen aus Sicht des Bitkom die schon bekannt gewordenen geplanten Maßnahmen im Steuerrecht. Zwar soll demnach die degressive Abschreibung wieder erhöht werden, was einen Investitionsanreiz geben soll. Aber die degressive Abschreibung könne nur in vollem Umfang wirken, wenn der dadurch entstehende Verlust steuerlich anerkannt wird. Dies sei aber bei der geltenden Mindestgewinnbesteuerung nicht der Fall. Außerdem kann die degressive Abschreibung nicht auf immaterielle Wirtschaftsgüter angewendet werden, wodurch Software-Anbieter also nicht profitieren könnten.
Von der geplanten Verlängerung der Probezeit auf 24 Monate bei neuen Beschäftigungsverhältnissen hält Bonn allerdings nichts und verweist darauf, dass dadurch keine neuen Arbeitsplätze geschaffen würden. Gleichzeitig werden befristete Arbeitsverhältnisse eingeschränkt. Künftig müssten also die Unternehmen Mitarbeiter unbefristet einstellen und ihnen spätestens nach zwei Jahren kündigen. "Das ist dem Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht förderlich", fürchtet Bonn.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed





