Xbox-360-Einführung sorgt für Aufregung
So berichteten einige Xbox-360-Käufer von nach kurzer Spielzeit offenbar aus Überhitzung die Arbeit sich verweigernden Konsolen. Ein Spieler veröffentlichte Screenshots(öffnet im neuen Fenster) mit heftigen Grafikfehlern, die auf einen überhitzten bzw. defekten Grafikchip schließen lassen. Sieht man in die offiziellen Xbox-Foren, so scheint die Konsole keine generellen Probleme zu haben, abgesehen davon, dass man ihr und auch dem recht groß geratenen Netzteil(öffnet im neuen Fenster) zur besseren Hitze-Abführung genügend Raum verschaffen und sie nicht in ein enges Schränkchen quetschen sollte – schon gar nicht in eines mit geschlossener Glastür und ohne Luftzufuhr. Das hat schon der alten Xbox nicht gut getan. Ein Nutzer empfiehlt, die Xbox 360 aufrecht hinzustellen(öffnet im neuen Fenster), um eine bessere Hitzeabführung zu erreichen. Im Test von Golem.delief die Xbox 360 anstandslos mehrere Stunden am Stück – wurde allerdings beim Spielen schnell sehr laut.
Probleme gab es auch mit der 20-GByte-Festplatte, die auf die Xbox 360 gesteckt wird. Hier können zwar auch Defekte Probleme verursachen, glaubt man Microsofts Support-Seiten und Forumsdiskussionen, ist aber meist ein nicht ganz korrekter Sitz der externen Festplatte schuld. Golem.de fiel im Test nur auf, dass sich der Entkopplungsmechanismus nicht ganz so leicht bedienen lässt, dafür sitzt die Festplatte auch stabil auf der Konsole.
Mittlerweile gibt es auch Stellungnahmen seitens Microsoft zu den aufgetauchten Hardwareproblemen, unter anderem äußert sich Microsofts Xbox-Live-Direktor Larry "Major Nelson" Hryb in seinem privaten Blog(öffnet im neuen Fenster) dazu: "Ich habe von einigen Leuten aus unserem Support- und Produktionsteams gehört, dass es ein paar einzelne Berichte von Leuten gibt, die Probleme mit ihrer Hardware haben. Es gibt keine verbreiteten Probleme, sondern eher einzelne Vorfälle, die je nach Fall behandelt werden. Denkt dran, die Xbox 360 ist ein sehr komplexes Stück Hardware, wenn Ihr die riesige Zahl an ausgelieferten Xbox 360 denkt und es gegen die paar gemeldeten Probleme abwiegt, erkennt ihr, dass die meisten Leute überhaupt keine Probleme haben", betont Hyrb.
So ganz stimmt das allerdings nicht, denn es gibt ein Problem, das laut offiziellem Xbox-Forum viele Kunden betrifft(öffnet im neuen Fenster): Sie bekommen das DVD-Laufwerk nicht auf. Des Rätsels Lösung: Microsoft hat als Transportsicherung ein durchsichtiges und angeblich auch zu gut haftendes Klebeband verwendet, das zumindest auf der im Chrom-Look gehaltenen DVD-Schubladen-Front nicht auf Anhieb zu erkennen ist. Erst wenn dieses sorgsam abgezogen wurde, waren die Probleme verschwunden. Bemängelt wird auch, dass das Klebeband Rückstände hinterlässt, die sich nur mit Putzmitteln ordentlich entfernen lassen. Das Klebeband scheint das Einzige zu sein, das wirklich vielen Xbox-360-Käufern Probleme macht, was eher harmlos klingt.
In Bezug auf die Anbindung der Xbox 360 an Windows XP und die Windows XP Media Center Edition 2005 gibt es mittlerweile auch eine Hilfestellung(öffnet im neuen Fenster) von Microsoft. Bei der Windows XP Media Center Edition 2005 ist nicht nur ein Update vonnöten, sondern es muss auch sichergestellt werden, dass bestimmte Hintergrunddienste(öffnet im neuen Fenster) laufen – dann können in bestimmten Formaten vorliegende Filme, Musik und Bilder über das Netz gestreamt werden. Golem.de schaffte es in einem ersten Test selbst noch nicht, die Xbox 360 als Media Center Extender zu nutzen, wird sich der Sache aber nochmal annehmen.
Wichtig zu wissen ist auch, dass die Xbox 360 in Verbindung mit herkömmlichem Windows XP nur auf Musik und Bilder zugreifen kann. Das beschränkt die vollen Multimedia-Funktionen auf die noch gering verbreiteten MCE-PC-Systeme. Als Heimkino-PC-Begeisterter wünscht man sich also schnell, dass Microsoft die Betriebssystem- oder Netzwerk-Unterstützung ausdehnt und zumindest einen auf dem PC laufenden Transcoder für bisher von der Xbox 360 nicht unterstützte Codecs nachliefert.
Das mit Abstand größte Problem der Xbox 360 ist ihre Verfügbarkeit. In den USA erhalten die Geschäfte zwar laut Microsoft immer wieder stückweise Nachschub, doch zum ersten Verkaufstag mussten verschiedenen Medien- und Forenberichten zufolge viele Kunden wieder enttäuscht von dannen ziehen. Allerdings hat Microsoft versprochen, dass die Xbox-360-Produktion mit Hochdruck laufe. Mirosoft versucht sich als erster Hersteller daran, die wichtigsten Märkte in nur kurzem Abstand voneinander zu beliefern.
Auch für Europa, wo die Konsole ab 2. Dezember 2005 erhältlich ist, zeichnen sich Engpässe ab. Wer nicht oder zu spät vorbestellt hat, wird die Konsole wohl auch in Deutschland nicht am ersten Verkaufstag erhalten, es sei denn, man steht früh genug beim Händler und ergattert eine der nicht reservierten Konsolen. Einige Versandhändler geben auf Grund der beschränkten Stückzahl und trotz des von Microsoft versprochenen beständigen Nachschubs den Anfang 2006 als voraussichtlichen Liefertermin an. Wer die Konsole unbedingt vor Weihnachten braucht, muss sich also beim lokalen Elektronik-Händler wohl mutig ins Getümmel stürzen.
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