GTK+ wird auf MacOS X portiert

Portierung setzt auf Apples Cocoa-API

Die Firma Imendio AB hat damit begonnen, das GTK+-Toolkit auf MacOS X zu portieren. Dabei setzt sie auf Apples objektorientiertes Cocoa-API, um eine native GTK+-Version zu erstellen. Anwendungen, die das GIMP-Toolkit nutzen, könnten damit neben Linux und Windows bald auch nativ auf Apples Betriebssystem laufen.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Das GIMP-Toolkit, oder kurz GTK+, wurde ursprünglich für die freie Bildbearbeitung GIMP entwickelt und wird heute von vielen Programmierern eingesetzt, um grafische Benutzeroberflächen zu erstellen. Neben GIMP selbst dürfte die Desktop-Umgebung GNOME das prominenteste Beispiel sein. Außer für Linux steht GTK+ schon länger für Windows zur Verfügung, MacOS-X-Nutzer hingegen konnten Programme, die das Toolkit verwenden, bisher nur mit X11 nutzen. Eine native Anwendung, die sich in die MacOS-X-Oberfläche einfügt, war nicht möglich.

GTK-Widgets unter MacOS X
GTK-Widgets unter MacOS X

Die Firma Imendio gab nun bekannt, bereits im Sommer einen Programmierer mit der Portierung auf MacOS X betraut zu haben und hat nach eigenen Angaben bisher 25.000,- US-Dollar investiert. GTK+ wird dabei das objektorientierte Cocoa-API nutzen, so dass GTK+-Programme schon bald unter MacOS X funktionieren sollten, ohne dass ein X-Server benötigt wird. Darüber hinaus ergeben sich aber auch für Programmierer und Software-Anbieter Vorteile, da Applikationen auf allen drei Plattformen ihr "Look & Feel" behalten und ferner auf einer Code-Basis basieren können. Dadurch werden die Entwicklungskosten gesenkt und es wird einfacher, existierende GTK+-Programme auf MacOS X zu portieren.

Bevor die Arbeiten aber beendet sind, gibt es noch einiges zu tun, wobei der Entwickler Anders Carlsson einige fehlende Funktionen als leicht, andere als schwer zu realisieren bezeichnet. Wie lange es bis zu einer fertigen Version noch dauern wird, steht daher nicht fest. Der Sourcecode wurde jedoch schon in die HEAD-Versionen von GTK+ und Pango importiert und kann über das GNOME-CVS bezogen werden. Eine entsprechende Anleitung zum Kompilieren liefert Imendio auf der Projektseite.

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