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Interview: Ein Spezialprozessor wäre für Intel gefährlich

Golem: Die indische "Times" hat geschrieben, der Preis für diese Geräte liege um 220 US-Dollar.

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Gelsinger: Wir haben dazu noch nichts gesagt, also ist das allein die Schätzung dieser Zeitung.

Golem: Was sind Ihre Eindrücke vom IT-Markt in Indien nach Ihrem Besuch im Rahmen des IDF India? In den westlichen Ländern sehen viele Arbeitnehmer die IT-Kompetenz der Inder vor allem als Bedrohung.

Gelsinger: Die indische IT-Industrie wird immer reifer. Wir hatten dieses Mal schon über 2.000 Teilnehmer beim IDF und die Zahl der Aussteller im Showcase hat sich verdoppelt. Der indische Binnenmarkt für IT-Produkte ist zudem um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen, wohingegen die Marktforscher von IDC zuvor nur rund 16 Prozent vorhergesagt hatten. Indien ist längst nicht mehr nur für das Outsourcing gut, da werden echte Produkte und echte Dienstleistungen entwickelt. Viele internationale Unternehmen haben mittlerweile durchaus beachtliche Niederlassungen in Indien. Diese Entwicklungen bekommen wir auch bei der Qualität der Fragen in den Kursen des IDF mit und auch dadurch, dass sich die Zahl der Sponsoren auf knapp 40 Firmen gegenüber dem Vorjahr verdoppelt hat. Es ist also nicht so, dass nur Intel das IDF in Bangalore als Privatveranstaltung mit ein paar Kunden haben will. Die Unterstützung für die IT-Industrie ist auch unmittelbar sichtbar: Direkt neben dem großen Palast in Bangalore befindet sich jetzt ein fast ebenso großes Veranstaltungszentrum.

Golem: Können Sie sich vorstellen, dass vielleicht die nächste Firma vom Schlage einer Lenovo aus Indien kommt und eines Tages die PC-Abteilung von Hewlett-Packard aufkauft?

Gelsinger: Der Deal zwischen IBM und Lenovo war schon beeindruckend, aber andererseits nicht allzu überraschend, wenn man sich Lenovos Bedürfnisse ansieht, ein internationales Unternehmen zu werden und das mit den gegenwärtigen Kostenstrukturen vergleicht. Rückblickend kann man aber sagen, dass das auf der Hand lag.

Golem: Und welche indischen Firmen sehen Sie auf einem ähnlichen Weg wie Lenovo?

Gelsinger: HCL ist da sicher schon am weitesten. Wenn Sie heute aber nach China gehen, gibt es da schon zehn große IT-Marken wie Great Wall, Tong Fung, Lung Chow, Founder und so weiter. In Indien sind das einige wenige, auch wenn HCL zu einem Global Player werden könnte. In den nächsten Jahren werden Sie da aber ein zweites, drittes oder viertes Unternehmen sehen, das so weit ist.

Golem: Indiens IT-Industrie ist also nicht mehr alleine auf Software konzentriert?

Gelsinger: Absolut nicht! Wir sehen das zum Beispiel an Intels Distributoren, die sich bisher vor allem um Systemintegration gekümmert haben. Viele dieser Unternehmen könnten sich in Zukunft entscheiden, auch Dienstleistungen zusammen mit den Plattformen anzubieten. Die gesamte Branche reift dort.

Golem: In den Köpfen vieler ist Indien aber immer noch das Zentrum des Outsourcing, wo westliche Unternehmen sich ihren Code schreiben lassen.

Gelsinger: HP hat zum Beispiel, naja ... ich werde ihnen jetzt nicht sagen, wie viele Leute HP dort beschäftigt, aber: Die Niederlassung ist riesig! General Electric aber hat zum Beispiel ein Forschungszentrum, wo man in den Bereichen an Chemie, Kunststoffen und Genforschung arbeitet. Das ist eines von GEs vier großen Forschungszentren, und schon lange weit jenseits der reinen Softwareentwicklung angekommen.

Patrick P. Gelsinger ist Senior Vice President bei Intel und Chef der "Digital Enterprise Group" und damit für sämtliche Server-Systeme des Unternehmens zuständig. Nebenbei konnte sich der Elektroingenieur in gleichem Fach noch zwei weitere akademische Grade verdienen: Bachelor of Science mit Magna Cum Laude an der Santa Clara University und Master of Science in Stanford. Gelsinger hält sechs Patente zu VLSI-Designs und wurde mit 32 Jahren zum jüngsten Intel-Vizepräsidenten. Die Entwicklung des 486er-Prozessors lief unter seiner Federführung. Vor seiner aktuellen Tätigkeit war Gelsinger über drei Jahre lang "Chief Technology Officer" (CTO) bei Intel, eine Position, die eigens für den Vordenker geschaffen wurde. Er gilt als Erfinder des "Intel Developer Forum" (IDF).

[von Nico Ernst]

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Higgins 23. Nov 2005

Medizin. Du meintest MEDIZIN.

Steppenwolf 22. Nov 2005

Naja, das x86-Design ist schon so oft totgesagt worden ... vielleicht erinnerst du dich...

jakobi 21. Nov 2005

Ups habe beim Performance Diagram geschaut: Bei den Systemen sieht so aus 66,6 % Intel...


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