Interview: Ein Spezialprozessor wäre für Intel gefährlich

Golem: Bei der Itanium-Hardware ist Intels Roadmap recht klar, sie geben Ausblicke auf mehrere Jahre im Voraus. Wie sieht es aber bei der Software aus? Gerade die Compiler sind für diese Architektur doch besonders wichtig.

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Gelsinger: Lassen Sie mich das etwas verallgemeinern. Ich glaube, dass bei der Entwicklung von hochperformantem Code für massiv parallele Systeme noch eine Menge Arbeit zu tun ist. Wenn Sie mich fragen würden, was meine größten Bedenken bei der Roadmap für Software-Entwickler sind, egal ob für Xeon oder Itanium, wäre meine Antwort: Können die Leute massiv parallelen Code schreiben, der in Threads aufgeteilt ist? Denn wenn die Programmierer das nicht schaffen, liefere ich eine Menge Multi-Core-Systeme aus, die viele Threads parallel ausführen können, sich aber stark auf Software verlassen, welche diese Parallelität wirklich nutzt.

Golem: Wen betrifft das vor allem?

Gelsinger: Wenn Sie für Supercomputer entwickeln, haben Sie schon viel dieser Arbeit geleistet, denn die steckt vor allem in der Portierung. Bei den meisten anderen Anwendungen müssen die Entwickler sich erst in die Welt von Threading und Parallelismus begeben, um von unserer Prozessor-Roadmap profitieren zu können. Überraschenderweise habe ich festgestellt, dass der meiste Mainframe-Code sehr seriell ausgelegt ist...

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Golem: ... weil diese Anwendungen so alt sind?

Gelsinger: Ja, aber bei vielen Entwicklern lag der Schwerpunkt wohl eher auf einer Multitasking-Umgebung: Oh, da habe ich ja vier Prozessoren - da lasse ich eine virtuelle Maschine auf diesem hier laufen und anderen Code da ... Aber: Die einzelnen Anwendungen verfügen über sehr wenig Parallelität. Das hatte ich auch nicht bemerkt, bis ich mich mehr mit dem Itanium-Geschäft befasst habe.

Golem: Intel hat schon auf dem Herbst-IDF und auch auf dem IDF India einen Kiosk-PC für ländliche Dörfer gezeigt. Gibt es für dieses Konzept neue Anwendungsbeispiele?

Gelsinger: Diese Lösung macht Fortschritte. Wir haben da rund 100 Geräte in Feldversuchen, aber wir haben noch keine konkreten Produkte auf dieser Basis angekündigt oder können einen bestimmten Hersteller benennen, der das Konzept auf den Markt bringen will. Die Feldversuche machen aber gute Fortschritte, weil wir dabei ja nicht nur den PC an sich, sondern auch ein neues Anwendungsmodell dafür testen.

Golem: Wie unterscheidet sich das vom herkömmlichen PC-Einsatz?

Gelsinger: Ein PC ist ja ein "Personal Computer" - das hier ist aber kein "persönlicher" Computer. Dieses Gerät soll ein Gemeindezentrum bilden, wobei es nicht einer Person als Individuum gegeben wird, sondern einer Person als Ansprechpartner für das Einrichten von Lösungen für E-Government oder E-Learning für das gesamte Dorf. Wir testen also auch, wie diese Anwendungen funktionieren und müssen dabei natürlich auch mit den Regierungen reden, da die meisten dieser Geräte wohl auch in irgendeiner Form für E-Government eingesetzt werden. Das sind also gleich drei Testfelder, die wir mit diesen Pilotprojekten abdecken müssen - und das dauert seine Zeit. Bisher sind die Erfahrungen gut, aber es gibt noch keine OEMs, die hier Produkte angekündigt hätten.

Golem: Und wer stellt die aktuellen Geräte her?

Gelsinger: Das tun zum Teil wir selbst, aber auch HCL (Anm. d. Red.: http://www.hcltech.com/ gilt mit einem Jahresumsatz von zuletzt 814 Millionen US-Dollar und über 26.000 Mitarbeitern als größter IT-Hersteller in Indien).

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