Interview: Ein Spezialprozessor wäre für Intel gefährlich
Golem: Nochmal zum letzten IDF: Es schien fast so, also ob Intel da quasi über Nacht das Stromsparen auch für Desktop-PCs entdeckt hätte. Wie kam es dazu?
Gelsinger: Wir haben da schon lange Experimente gemacht. Sie erinnern sich vielleicht noch an den "Webster" von Dell ...
Golem: ... der aber nach sechs Monaten eingestellt wurde.
Gelsinger: Ja - wir haben unsere Mobil-Technologien in den Markt gedrückt, und der Markt war 1999 weder am Stromsparen noch an kleinen Formfaktoren interessiert. Der gesamte Mobil-Trend hat jetzt aber auch kleine Formfaktoren attraktiv gemacht. Die Leute fragen sich, warum sie Features ihres Notebooks nicht auch im Desktop-Rechner haben können. Und dann sind auch die Flachbildschirme bezahlbar geworden, die weniger Platz und weniger Strom verbrauchen - da kümmert man sich plötzlich auch um den PC. Weltweit ist auch das ökologische Interesse gestiegen.
Golem: Und wie hat sich die Halbleiterfertigung in den sechs Jahren seit dem Webster verändert?
Gelsinger: Wir haben die fundamentalen Grenzen beim Stromverbrauch erreicht, die in Moores Law stecken. Man kann nicht mehr und mehr Transistoren verbrauchen, ohne sich um den Stromverbrauch zu kümmern. All diese Entwicklungen zusammen haben jetzt dazu geführt, dass wir unsere Roadmap einschneidend geändert haben. Mit den Conroe-Prozessoren werden die Formfaktoren sowohl beim Office- als auch beim Consumer-PC kleiner werden.
Golem: Hat Moores Law dann noch Gültigkeit?
Gelsinger: Ja. Aber wir waren bisher in der "Chemie-Ära" von Moores Law, im Zeitalter der immer verfeinerten Herstellungsverfahren. Jetzt sind wir in der "Strom-Ära", wo Leistung pro Watt das entscheidende Kriterium ist.
Golem: Wie verträgt sich dieser Ansatz denn mit Produkten wie der Extreme Edition, für die man für eine ultimative Spielemaschine noch zwei Grafikkarten und ein 500-Watt-Netzteil braucht?
Gelsinger: Die Formfaktoren werden schrumpfen. Aber die großen Formfaktoren werden nicht oder nicht allzu schnell verschwinden. Wenn Sie sich mal Dual-CPU-Workstations mit zwei oder gar vier Grafikkarten anschauen - das sind 1.000-Watt-Maschinen! Und die Highend-Workstations und Highend-Spielerechner werden uns erhalten bleiben. Die Relevanz dieses kleinen Teils für den gesamten Markt wird aber abnehmen.
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