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Interview: Ein Spezialprozessor wäre für Intel gefährlich

Golem: Auch am Anfang?

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Gelsinger: Wir sprechen da ja von subventionierten Plattformen. Wenn man ein Gerät mit dieser Rechenleistung für 200,- US-Dollar verkauft, verdient man ja nichts. Die Spiele subventionieren da die Hardware. Bei diesem Geschäftsmodell muss man darauf achten, dass man zwar im ersten und zweiten Jahr Geld an der Plattform verliert, aber im dritten, vierten, fünften Jahr was verdient - eben weil diese Kostenersparnisse der Halbleiterfertigung dann greifen. In den letzten Jahren der Lebenserwartung einer Plattform verdient man dann sogar Geld mit der Hardware.

Golem: Und wie betrifft das einen eventuellen Spezialprozessor von Intel?

Gelsinger: Wir würden natürlich eine Sonderausgabe machen, die sehr nah an einem dann aktuellen Produkt von uns ist. Aber wenn man eine Spezial-CPU, Spezialspeicher und auch noch einen Spezial-Grafikchip verbaut, riskiert man sein Geschäftsmodell, denn die normalen Effekte der Massenfertigung greifen dann nicht.

Golem: Dass Intel für jeden Kunden einen Spezialprozessor herstellt, scheint aber eine Erwartungshaltung der Anwender zu sein. Als Apple ankündigte, demnächst Intel-Prozessoren verbauen zu wollen, waren die Internetforen voll von Usern, die meinten, das wäre auf jeden Fall ein eigener Prozessor mit einem eigenen Chipsatz. Will Apple das?

Gelsinger: Das wollen sie nicht und wir wollen das auch nicht. Da gilt das eben Gesagte. Man darf ja nicht vergessen, das Apple, je nachdem, welchem Marktforschungsinstitut man glaubt, rund drei Prozent des Marktes hat. Warum sollte Apple also außerhalb der Roadmap stehen und nicht von den 97 Prozent des restlichen Marktes profitieren wollen? Apple will doch gerade jede Entwicklung und jede Fertigungsverbesserung von Intel ausnutzen. Irgendjemand wird aber mit der 65-Nanometer-Fertigung zuerst kommen, der mit den 97 Prozent oder der mit den 3 Prozent.

Golem: Das kommt wohl darauf an, wie sehr Intel Apple liebt - oder wie viel Apple bezahlt.

Gelsinger: Selbst wenn ich Apple unglaublich lieb haben würde, müsste ich immer noch entscheiden, ob ich für die zuerst einen Mobil-, einen Desktop- oder einen Server-Prozessor entwickle. Apple will also hier gar nicht einzigartig sein und wir wollen das auch nicht. Das würde nur die Komplexität der Entwicklung bei uns weiter erhöhen. Natürlich wollen sie uns aber beeinflussen, etwa: "Macht das hier doch zu einem Standard-Feature Eurer Produkte." Und diesen Einfluss wollen wir auch haben, denn die sind doch gute Ingenieure. Sie sind fähig, sehr kreativ - aber man sollte nicht zu viele einzigartige Features in unseren Produkten für Apple erwarten, denn das würde das Geschäftsmodell beider Firmen untergraben.

Golem: Wie viel Intel ist denn dann in einem Macintosh?

Gelsinger: Lassen sie mich das so sagen: Wir sind der zweit- oder drittgrößte Motherboard-Hersteller der Welt. Kann das Apple helfen? Natürlich! Werden sie das nutzen? Natürlich werden sie! Aber wenn es darum geht, Produktkategorien zu schaffen, dann ist das Apples Job.

Golem: Sie selbst haben aber mit "Viiv" eine neue Kategorie geschaffen, deren erste Designstudien sehr an den Mac mini erinnern. Don MacDonald sagte auf dem IDF in San Francisco, dass man noch in diesem Jahr mit konkreten Produkten rechnen könne. Wie ist da der letzte Stand?

Gelsinger: Wir haben noch nicht gesagt, wann diese Ankündigungen kommen werden. Aber sie werden kommen, und sie werden Viiv-Produkte von einer Vielzahl von Herstellern sehen.

Golem: Gibt es da schon erste Namen wie Sony, die ja ein klassischer Hersteller von Unterhaltungselektronik sind?

Gelsinger: Sie werden breite Unterstützung in der gesamten Branche sehen.

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Higgins 23. Nov 2005

Medizin. Du meintest MEDIZIN.

Steppenwolf 22. Nov 2005

Naja, das x86-Design ist schon so oft totgesagt worden ... vielleicht erinnerst du dich...

jakobi 21. Nov 2005

Ups habe beim Performance Diagram geschaut: Bei den Systemen sieht so aus 66,6 % Intel...


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