Steht das Internet am Scheideweg?

Dr. Barbara van Schewick sieht Netzwerkbetreiber als Innovationsbremse

Barbara van Schewick, Wissenschaftlerin im Fachgebiet Telekommunikatiosnetze an der Technischen Universität Berlin, sieht das Internet am Scheideweg. Die Offenheit der Netze sei bisher der Garant des Fortschritts, durch den das Internet zum Tummelplatz für Innovationen wurde, aber diese Offenheit sei bedroht.

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Dabei verweist van Schewick unter anderem auf den Mobilfunkanbieter Vodafone, der in seinem UMTS-Netz die Nutzung von Voice over IP (VoIP) unterbindet. Aber auch die Pläne der Deutschen Telekom, nur dann neue Hochgeschwindigkeitsnetze mit einer Übertragungsrate von 50 MBit/s zu bauen, wenn der Konzern die Netze entgegen den bisherigen Regelungen für einige Jahre alleine nutzen darf, führt sie als Beispiele für eine Einschränkung der Offenheit an.

"Einschränkungen der Offenheit haben jedoch einschneidende wirtschaftliche Konsequenzen, sie behindern die Entstehung neuer Innovationen", zu diesem Schluss kommt Barbara van Schewick in ihrer Dissertation "Architecture and Innovation: The Role of the End-to-End Arguments in the Original Internet". Für ihre Arbeit wurde die Informatikerin und Juristin mit dem Wissenschaftspreis der Deutschen Stiftung für Recht und Informatik (DSRI) ausgezeichnet, betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Bernd Lutterbeck von der TU Berlin und Prof. Lawrence Lessig von der Stanford Law School.

Nach Ansicht von van Schewick ist die Vielzahl der Innovationen im Internet kein Zufall, sondern durch die ursprüngliche Architektur des Internets ermöglicht worden, wobei das Netzwerk lediglich für die Übertragung der Daten sorgt, ohne dass es erkennen kann, welche Anwendungen gerade laufen.

Inzwischen werde aber von der ursprünglichen Architektur abgewichen. Netzwerkbetreiber greifen verstärkt Technologien auf, die es ihnen ermöglichen, zwischen Anwendungen zu unterscheiden und ihre Ausführung nach eigenem Gutdünken zu beeinflussen, so van Schewick. So können bestimmte Anwendungen ganz ausgeschlossen oder die Anwendung eines Konkurrenten verlangsamt werden, ohne dass die Kunden davon etwas ahnen.

In der Konsequenz würde die Kontrolle des Netzes durch die Betreiber dazu führen, dass einige Anwendungen vom Markt gedrängt werden oder gar nicht erst auf den Markt kommen, befürchtet die TU-Wissenschaftlerin. Für Netzwerkbetreiber könne dies durchaus lukrativ sein, doch für unabhängige Entwickler werde es schwerer, Innovationen gewinnbringend zu vermarkten. Damit sinke letztendlich der Anreiz, überhaupt an innovativen Anwendungen und Produkten zu forschen.

In letzter Konsequenz bedeute dies aber auch, dass sich die Netzwerkbetreiber selbst im Weg stehen. Neuerungen, die auch den Netzwerkbetreibern neue oder zusätzliche Einnahmemöglichkeiten eröffnen würden, blieben aus. Denn planbar seien Erfolge nicht, wie der Siegeszug von Beispielen wie E-Mail, World Wide Web oder Musiktauschbörsen zeige. "Die Offenheit der Netze ist daher die Grundvoraussetzung, um weiterhin eine Vielfalt von Innovationen im Internet zu ermöglichen. Das Internet steht nun am Scheideweg. Wettbewerb alleine ist nicht die Lösung. Es geht darum, welche Architektur sich in Zukunft durchsetzen wird", zieht Barbara van Schewick Bilanz.

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Heinrich Krüggeler 04. Mär 2007

Die angeblichen Mitbewerber der T-Com im Festnetz,können Ihre Preise nur durch die...

Hilfe 21. Nov 2005

Hallo??? Nein, mal im Ernst. Programme, welche herausfiltern, woher bzw. von welchem...

R2D2 20. Nov 2005

Hallo Affenkopf, gebe Ars Vivento und faire du business recht, Dein Kommentar ist top...

pierre kerchner 20. Nov 2005

ich finds ja immer noch sehr witzig, dass die meisten Publikationen im Forschungsumfeld...



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