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Angeblich auch GPL-Code in Sony BMGs Rootkit

Hinweise auf Code unterschiedlicher GPL- und LGPL-Software entdeckt. Hinweise, dass Sony BMGs Rootkit Code der LGPL-Software Lame enthält, gibt es schon seit einigen Tagen. Doch zusätzlich scheint das auf Musik-CDs eingesetzte DRM-System XCP auch noch Code aus GPL-lizenzierter Software zu enthalten, wie einige Entwickler festgestellt haben wollen.
/ Julius Stiebert
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Ein finnischer Student hatte bereits darauf aufmerksam gemacht , dass das DRM-System XCP Code des MP3-Encoders Lame enthält. Dieser unterliegt den Bestimmungen der LGPL, die das statische Linken gegen Closed-Source-Software untersagt.

Sebastian Porst(öffnet im neuen Fenster) will mit Hilfe anderer Entwickler und der Firma Sabre Security zudem Code der mpglib im Kopierschutzsystem entdeckt haben. Dieser ist ebenfalls unter der LGPL lizenziert. Vermutlich sind diese Teile in die von First 4 Internet entwickelte Software geraten, da auch Hinweise auf mpg123(öffnet im neuen Fenster) gefunden wurden. Ob noch mehr Teile aus mpg123, außer der mpglib, enthalten sind, steht derzeit noch nicht fest. Der mpg123-Player selbst unterliegt der GPL.

Des Weiteren ist laut Porst Code des " Freeware Advanced Audio Coder(öffnet im neuen Fenster) " (FAAC) enthalten, einem freien AAC-Encoder, der ebenfalls den Bestimmungen der LGPL unterliegt.

Porst will auch Hinweise darauf gefunden haben, dass First 4 Internet die GPL verletzt, denn XCP verwende Code des VideoLAN-Projektes(öffnet im neuen Fenster) . Dazu gehöre auch die Funktion DoShuffle aus der Datei drms.c, die von Jon Lech Johansen, dem Entwickler des DeCSS-Codes , und Sam Hocevar stammt. Dabei gibt es zwar Abweichungen, diese könnten aber auf unterschiedliche Versionsnummern zurückzuführen sein, so Porst.

Sony BMG hat mittlerweile begonnen, CDs mit dem XCP-Schutz aus dem Handel zu nehmen. Angeblich will man nichts von den enthaltenen Rootkit-Funktionen gewusst haben, da für die Entwicklung ausschließlich die Firma First 4 Internet zuständig war. Inwiefern die Hinweise auf GPL- und LGPL-Code nun noch Konsequenzen für Sony BMG oder First 4 Internet haben werden, bleibt abzuwarten. Der Code soll auf jeden Fall weiter untersucht werden, um eventuell noch andere Lizenzverstöße aufzudecken, verkünden Porst und seine Mitstreiter.


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