Xbox 360 - Innenansicht einer Konsole
Microsofts neue Konsole auseinander zu nehmen scheint keine allzu einfache Aufgabe zu sein, neben dem Verlust der Garantie riskiert man auch, einiges an Schaden anzurichten, insbesondere wenn man wie Anandtech auch gleich noch die CPU und die GPU freilegt. Beide Chips liegen nach dem schwierigen Entfernen der Kühler offen und sind nicht durch einen Heatspreader geschützt, wie etwa ein Pentium 4 oder ein Athlon 64.
Den meisten Platz verbraucht ein auf den ersten Blick im PC-Bereich übliches 5,25-Zoll-DVD-Laufwerk in halber Bauhöhe. Aus Kostengründen wird man sich sicher gegen ein Slimline-Laufwerk entschieden haben, welche in Notebooks üblich, aber deutlich teurer in der Anschaffung sind. Das von Hitachi-LG gefertigte DVD-Laufwerk besitzt einen SATA-Anschluss und einen proprietären Stromanschluss. Auch die extern ansteckbare Notebook-Festplatte ist ein SATA-Laufwerk. Die 2,5-Zoll-Festplatte von Samsung (20 GByte, 5.400 U/min) nutzt zudem auch einen normalen SATA-Stromstecker.
Das Kühlsystem wirkt, wie bei Konsolen üblich, recht optimiert: Zwei rückseitige Lüfter sorgen für die Wärmeabfuhr. Durch den Luftstrom werden der Grafikprozessor und die CPU-Kerne direkt gekühlt, wobei die GPU offenbar einen nicht ganz so gewaltigen Kühlbedarf hat, wie die mit drei Kernen aufwartende CPU, die auch gleich eine Heatpipe zur besseren Wärmeabfuhr spendiert bekommen hat. Im Vergleich zu heutigen High-End-Karten wirkt der Kühler des Xbox-360-Grafikchipsatzes von ATI geradezu klein.
Auf den Bildern von Anandtech sieht man gut, wie die Kombination von Embedded DRAM und GPU auf einem Package aussieht. Sowohl die GPU/Northbridge-Kombination als auch die CPU sind speziell für die XBox 360 entwickelt worden, von einem PC als Konsole verpackt kann man wirklich nicht mehr sprechen. Über weitere Details der Xbox-360-Architektur hat Golem.de bereits in einem anderen Artikel berichtet.
Um die Konsole vermutlich nicht noch größer werden zu lassen und sich eine weitere Hitzequelle zu ersparen, hat Microsoft das Netzteil ausgelagert; es fällt recht klobig aus. Dafür sollen die drahtlosen Controller trotz Batterien leichter sein als die alten Xbox-S-Controller.
Die Xbox 360 soll am 2. Dezember 2005 auf dem deutschen Markt erscheinen, bereits einige Tage vorher kommt sie in den USA in den Handel. Der geringe Abstand bei der Markteinführung dürfte für Engpässe sorgen, die Microsoft aber durch ständige Nachlieferung entschärfen will. Das Xbox-360-Core-System wird rund 300,- Euro kosten, das besser ausgestattete und auch von Anandtech auseinander genommene Premium-System wird 400,- Euro kosten und beinhaltet unter anderem einen drahtlosen Controller und die Festplatte. Die Liste der zum Start der Konsole verfügbaren Spiele gab Microsoft in dieser Woche bekannt.
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