Runder Geburtstag: Windows wird 20

"Hoffen wir auf die Weiterentwicklung dieses Paketes, das zumindest in zweierlei Hinsicht frischen Wind bringt: eine schnelle grafische Bedieneroberfläche und Multitasking-Fähigkeit auf einem PC" , schrieb die Fachzeitschrift c't 1986 als Fazit in ihrem Windows-1.0-Test.
Erst mit Windows 95 stellte Microsoft 1995 ein Betriebssystem vor, das mehr als nur ein MS-DOS-Aufsatz war. Zwar basierten einige Teile immer noch auf DOS, doch eine separate Installation dieses Systems wurde überflüssig. Zudem war Windows 95 das erste 32-Bit-Betriebssystem für Heimanwender aus dem Hause Microsoft, das aber weiterhin 16-Bit-Anwendungen unterstützte. Neben dem Unternehmenseinsatz wurde Windows damit auch immer mehr für Heimanwender interessant, so dass sich laut Microsoft im ersten Jahr bereits 40 Millionen Exemplare des Systems verkauften. Mit Windows 95 wurde auch die Internetanbindung in Microsofts System eingeführt: Das unter Windows for Workgroups 3.1 (1992) noch extra nachzurüstende TCP/IP-Protokoll war in Windows 95 bereits integriert.
Nach weiteren Versionen wie Windows 98 (1998) oder ME (2000) gab es mit Windows 2000 (2000) einen ersten Ansatz, die Vorteile der NT-Reihe mit denen der Heimanwendersysteme zu kombinieren. In Form von Windows XP verschmolzen diese beiden Produktreihen 2001 dann tatsächlich. Mittlerweile wird Windows längst nicht nur auf PCs und Servern eingesetzt, vielmehr wird es mit der Windows XP Media Center Edition auch zur Unterhaltungszentrale im Wohnzimmer, die sich per Fernbedienung steuern lässt. Auf mobilen Endgeräten wie PDAs und Handys läuft Windows heutzutage ebenso wie auf Tablet-PCs. Ferner arbeitet man bei Microsoft am vernetzten Heim, in dem alles per Computer gesteuert wird - natürlich ebenfalls auf Windows-Basis.
Doch auch abseits des Mainstreams kommt das Betriebssystem zum Einsatz: Windows CE oder Windows XP Embedded laufen beispielsweise in Test- und Messgeräten sowie Controllern in der Industrie. Der ganz große Erfolg war Microsoft in diesen Bereichen jedoch nie vergönnt, da vor allem spezielle Embedded-Systeme und zunehmend Linux Windows den Rang abliefen. In Zusammenarbeit mit Autozulieferern forschen die Redmonder ferner an Geräten, die Windows auch ins Auto bringen könnten. Microsoft investierte im Finanzjahr 2005 insgesamt 6,18 Milliarden US-Dollar in die Forschung und Entwicklung. All diese bereits erschlossenen Anwendungs- sowie die aktuellen Forschungsgebiete spiegeln dabei die Vision des Microsoft-Gründers Bill Gates wider: "Empower people through great software - any time, any place, and on any device."
Die nächste Windows-Generation Vista wird überdies für die zweite Jahreshälfte 2006 erwartet - gerüchteweise soll es am 15. November 2006 erscheinen, also kurz vor dem 21. Geburtstag von Windows.



