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Apple bietet kostenloses MacOS X für 100-Dollar-Laptop...

... und "One Laptop Per Child"-Initiative lehnt ab. Die Non-Profit-Organisation namens "One Laptop per Child" (OLPC), die aus einer Forschungsinitiative des MIT Media Lab entstanden ist und ein 100-US-Dollar-Notebook für den Einsatz in Entwicklungsländern plant, hat nach einem Bericht(öffnet im neuen Fenster) des Wall Street Journals sowohl mit Microsoft als auch Apple Kontakt aufgenommen.
/ Andreas Donath
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Das Notebook soll Millionen von Schulkindern in unterentwickelten Ländern zugutekommen, die das Gerät nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause nutzen sollen. Die Initiative wurde zuerst von Nicholas Negroponte, dem Vorsitzenden und Mitbegründer des MIT Media Labs, angeschoben.

Negroponte will nach Angaben des WSJ einen funktionierenden Prototypen auf dem Weltgipfel der Informationsgesellschaft (WSIS) in Tunesien vorstellen, der vom 16. bis 18. November 2005 stattfindet. Mitglieder der OLPC hatten mitgeteilt, dass sie mit mindestens zwei Dutzend Ländern Gespräche über die Verbreitung des Notebooks führen würden und dass Brasilien und Thailand bislang das größte Interesse gezeigt haben.

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Obwohl nun kein Entwicklungsland, hatte auch Massachusetts Gouverneur Mitt Romney mitgeteilt(öffnet im neuen Fenster) , dass sein Bundesstaat 54 Millionen US-Dollar bereit wäre auszugeben, wenn jeder der rund 500.000 Schüler in der Middle- und Highschool in seinem Staat ein solches Gerät erhalten würde.

Bislang sind den Angaben von Negroponte zufolge gegenüber dem WSJ allerdings noch von niemandem konkrete Bestellungen eingegangen. Die Initiative plant, fünf bis zehn Millionen Geräte Ende 2006 bis 2007 produzieren zu lassen. Fünf Unternehmen – Google, AMD, Red Hat, News Corp. und Brightstar – hätten jeweils zwei Millionen US-Dollar gespendet, um die OLPC-Initiative zu gründen. Es würden außerdem fünf Unternehmen Angebote zur Fertigung des Gerätes gemacht haben, doch derzeit verrät die Initiative deren Namen noch nicht.

Derzeit gibt es dem WSJ-Artikel zufolge jedoch neben finanziellen auch noch technische Hürden zu nehmen: Das Display, das nicht auf einer normalen LCD-Technik aufbauen wird, sei noch nicht so weit, außerdem sei der Gesamtgerätepreis noch nicht bei 100 US-Dollar angekommen; es gab auch noch Gespräche mit Microsoft und Apple.

Beide Unternehmen beteiligen sich derzeit nicht an der Initiative, doch einige Inhalte der Gespräche sind durch den WSJ-Artikel bekannt: So sprachen in der zweiten Novemberwoche sowohl Bill Gates und Craig Mundie, ein CTO bei Microsoft, mit Negroponte. Dabei äußerte Mundie dem Artikel zufolge, dass man in ernsthaften internen Diskussionen sei, welche Form von Beteiligung man an dem Projekt haben könnte. Die zunächst ablehnende Haltung hat Microsoft scheinbar abgelegt.

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Steve Jobs bot der Initiative MacOS X nach Angaben von Seymour Papert, einem der Projektväter und Professor am MIT, kostenlos an, doch die Initiative lehnte das Angebot ab. Das Betriebssystem sei nicht Open Source und das sei schließlich die Forderung der Entwickler. Negroponte sagte dem Artikel zufolge allerdings nach dem Gespräch, dass die Maschine jedes Betriebssystem – auch Windows – nutzen könnte.

Auch zu den Hardware-Spezifikationen wurden neue Details bekannt: Die ersten Modelle sollen mit einem AMD-Prozessor ausgerüstet und mit einem Linux-System von Red Hat ausgestattet werden. Der 8-Zoll-Bildschirm soll in zwei Modi laufen: einem hochauflösenden Schwarz-Weiß-Betriebszustand und einem niedriger auflösenden Farbmodus.

Die Stromversorgung soll entweder durch die Steckdose oder einen Dynamo erfolgen, der mittels einer Kurbel betrieben wird. Das Gerät soll Funknetzwerke ansteuern können und mit anderen Rechnern in der Nähe über ein Mesh-Netz Kontakt aufnehmen können, auch wenn kein vollständiger Internetzugang vorhanden ist.

Die Software-Grundausstattung soll neben einer Textverarbeitung und einem E-Mail-Programm auch einen Webbrowser sowie eine Programmierumgebung beinhalten. Dazu können von den jeweiligen Ländern gewünschte Programme kommen – die Initiative will selbst nur eine Basisausstattung anbieten.

Eine kommerzielle Version für 200,- US-Dollar sei ebenfalls geplant. Ein Teil des Verkaufsgewinns soll dabei die preiswertere Version subventionieren, so Negroponte.


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