Spieletest: Tony Hawk's American Wasteland - Jetzt plus BMX
Siebter Teil der Skate-Reihe. Auch dieses Jahr müssen Skateboard-Fans nicht ohne eine Neuauflage des wohl erfolgreichsten Trendsportspiels aller Zeiten auskommen, und auch dieses Jahr sind die Veränderungen durchaus umfangreicher, als man es etwa von EAs Sportspiel-Updates kennt: Tony Hawk's American Wasteland bietet jedenfalls genügend kreative Ideen, so dass auch Besitzer der Vorgänger zahlreiches Unbekanntes entdecken werden.
Den Ansatz, ein Tony-Hawk-Spiel durch eine Hintergrundgeschichte interessanter zu gestalten, hatten die Entwickler von Neversoft bereits in den letzten Jahren, diesmal ist es ihnen allerdings auch wirklich einigermaßen gut gelungen: Als unbekannter Nobody aus einem kleinen Kaff entschließt man sich eines Tages, die deutlich vielversprechenderen Straßen von Los Angeles aufzusuchen. Kaum hat man dort angekommen allerdings den Bus verlassen, gehen die Probleme auch schon los - fiese Typen stehlen einem sämtliches Hab und Gut, und nur durch die Hilfe einer jungen Dame findet man schnell Anschluss an eine Freundesclique. Mit der zusammen entdeckt man dann den ersten Skatepark und tut fortan so einiges, um die eigenen Fähigkeiten auszubauen und besser zu werden.
Anstelle von getrennten Levels sind diesmal diverse Stadtteile von Los Angeles Schauplatz des Geschehens; nicht nur die Größe des so gebotenen Areals ist somit beachtlich, sondern auch die Tatsache, dass diese alle ohne Ladezeiten miteinander verbunden sind. Natürlich dürfen bekannte Tricks wie Grinds und Ollies ausprobiert werden, es gibt aber auch wieder eine Hand voll typischer neuer Aktionen - wie etwa den Bert Slide - und einige recht abwechslungsreiche Aufgaben; so müssen Tricks unter Zeitdruck absolviert, Statue und andere nette Dinge für den Skatepark geklaut oder Leuchtschilder abgerissen werden.
Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, von Zeit zu Zeit auch mal auf ein BMX-Rad zu steigen und mit dem dann diverse Stunts auszuprobieren oder einfach ein bisschen in der Gegend herumzufahren. Durch gelungene Aktionen steigert man natürlich Ruhm, Geld und persönliche Werte, was im Spielverlauf dann hilft, neue Klamotten, Tätowierungen und allerlei Equipment zu erwerben.
Wer gerne kreativ wird, gestaltet eigene Levels und entwirft Logos. Wem hingegen mehr der Sinn nach altbekannter Skate-Action steht, wird mit dem Klassik-Modus geholfen - da sind dann wieder die bekannten Zwei-Minuten-Limits oder klassische Aufträge wie Buchstaben sammeln oder Tapes finden. Neben der PS2- bietet diesmal übrigens auch die Xbox-Version einen Online-Modus und lässt Skater in diversen Arealen in Modi wie Graffiti oder Capture The Flag gegeneinander antreten.
Optisch bietet auch Tony Hawk's American Wasteland die von der Serie gewohnte Kost - Skater und Animationen sehen sehr gut aus, sowohl die Außen- als auch die Innenareale hätten aber durchaus noch ein paar Details mehr vertragen können. Die Xbox-Version macht gegenüber der PS2 einen doch spürbar besseren Eindruck - schärfere Texturen, mehr Details, flüssigerer Spielablauf. Die ebenfalls erhältliche GameCube-Version lag uns zum Test leider nicht vor und kann insofern nicht mit den anderen beiden verglichen werden. Der Soundtrack bietet gewohnt tolle und bekannte Punk- und Rock-Klänge und sorgt für beste Laune.
Tony Hawk's American Wasteland ist für Xbox, PlayStation 2 und GameCube im Handel erhältlich und kostet etwa 60,- Euro. Eine PC-Version soll im Dezember 2005 erscheinen.
Fazit: Natürlich sind die Neuerungen wie die frei befahrbare Stadt, die BMX-Passagen und die neuen Tricks allesamt Kosmetik - im Grunde spielt sich auch American Wasteland genauso gut und bekannt wie die vorherigen Tony-Hawk-Spiele. Da die Optik wieder einmal aufpoliert und ein paar kreative neue Aufgaben integriert wurden, bekommen Fans der Serie aber weiterhin sehr viel Unterhaltung für ihr Geld geboten; und Neueinsteiger können ohnehin kaum ein besseres Trendsportspiel kaufen als dieses.