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Spieletest: Call of Duty 2 mit bombastischer Atmosphäre

Weltkriegs-Action in zweiter Auflage. Mit Call of Duty 2 (COD2) ist jetzt schon die zweite Fassung des Zweiter-Weltkrieg-Shooters erschienen, der die Riege des Genres im Bezug auf die Grafik und die Intensität des Geschehens lange anführte. Unser Test soll klären, ob der Nachfolger die hohen Erwartungen, die in ihn gesetzt werden, auch erfüllen kann.
/ Andreas Donath
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Um den Wissensdurst gleich zu stillen: COD2 hat wie sein Vorgänger wieder eine klasse Kampagne mit abwechslungsreichen Orten und Handlungen. So kämpft man als Russe vor Moskau und in Stalingrad und als Brite in Nordafrika, während die amerikanische Kampagne durch D-Day und die Ereignisse danach führt.

Die Kampagnen stehen nicht alle sofort zu Verfügung – die Spieler müssen sich erst auf russischer Seite bewähren, bevor sie sich in die britische und dann später auf die amerikanische Seite schlagen dürfen. Der Gegner heißt immer Deutschland.

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Schon in den ersten Minuten stellt man fest, dass sich COD2 praktisch genauso spielt wie sein Vorgänger: Die Missionsziele werden dem Soldaten meist erst während des Einsatzes mitgeteilt und bestehen oft aus mehreren, hintereinander zu erreichenden Zielen, die auf einer Minimap markiert und somit leicht angesteuert werden könnten, wenn sich nicht die feindlichen Horden dem Spieler entgegenstellen würden.

Üblicherweise steht einem ein Truppführer zur Seite, der Befehle gibt und durch seine Stimme im Hintergrund ziemlich zur Dramatik des Spiels beiträgt, die auch durch die grandiosen Soundeffekte, die bombastischen Explosionen, Schreie, Artillerie- und Gewehrfeuer und das allgemeine Kriegsgetümmel eine derart dichte Atmosphäre erzeugt, dass man förmlich vor dem Rechner verkrampft. Vor allem die amerikanische Kampagne, bei der man die Steilhänge der Küste erklimmen muss, während ringsherum Kugeln einschlagen, ist filmreif.

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Zum Glück erlaubt COD2 die Verwendung mehrerer Schwierigkeitsgrade, was bei der leichtesten Einstellung allerdings auch dazu führt, dass das Spiel mit seinen zehn Missionen in gut sechs Stunden durchgespielt ist. Dies liegt nicht nur an den tumb agierenden Feinden, die sich kaum scheuen, ins offene Feuer zu rennen.

Das Spiel ist stark gescriptet, was sich aber nicht wie beim Originaltitel unangenehm bemerkbar macht: So strömen beispielsweise nicht mehr neue Gegner an die gleichen Positionen, wenn man nicht vorwärts rückt. Wenn genügend Gegner in die ewigen Jagdgründe geschickt wurden, hört der Ansturm auch wirklich auf.

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Andererseits stecken auch wirklich hinter jeder Säule, jedem Vorsprung und jedem Versteck ein oder mehrere Gegner, so dass man nicht zum Dauerlauf ansetzend durch die Level joggen kann.

Das Spiel verzichtet auf die genreüblichen Gesundheitspäckchen – der getroffene Soldat braucht je nach Verletzungsgrad einfach etwas Zeit, um sich wieder zu erholen. Die beste Methode ist, sich etwas zurückzuziehen und in Deckung zu gehen. Allerdings macht dies den Gamer praktisch unverwundbar, was einen recht seltsamen Beigeschmack ergibt.

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Dazu kommt ein automatisches Speichersystem, was einen, wenn man wirklich einmal umgekommen ist, am letzten Speicherpunkt wieder starten lässt. Es lässt sich zwar schnell einschätzen, wie viel gegnerisches Feuer die Spielerfigur verträgt, bei den vielen von den Gegnern geworfenen Handgranaten ist allerdings unvermittelt Schluss, wenn die Entfernung zu gering ist.

Die Mitsoldaten sind anders als beim ersten Teil kein simples Kanonenfutter mehr – sie helfen diesmal wirklich bei der Feindbekämpfung. Allerdings gibt es immer noch keine Möglichkeit, sie zu befehligen, was aber dem Spielprinzip, das sowieso keinen Wert auf Realismus legt, entgegenstehen würde.

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Wie gehabt kann man nur zwei verschiedene Waffen bei sich tragen, wobei man herumliegende Alternativen und die dazugehörige Munition einfach auf dem Schlachtfeld einsammeln kann. Gelegentlich stehen auch fest installierte Waffen wie MGs und Flaks und auch das ein oder andere herumstehende Fahrzeug zur Auswahl.

Wie schon angedeutet, ist der Sound des Spiels bravourös, doch auch die Grafik ist beeindruckend. Besonders die voluminösen Rauchsäulen, die detailliert ausgearbeiteten Texturen und die Explosionen sind erste Sahne. Die Hardware-Anforderungen sind allerdings sehr hoch: Ein Rechner auf Pentium-4-Niveau mit 2,8 GHz, einem GByte RAM und einer sehr schnellen Grafikkarte sollte es schon sein, wenn man die Bildqualität nicht zu sehr herunterschrauben möchte.

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Außer dem Single-Player- gibt es auch einen Multiplayer-Modus, so dass man sich nicht nur mit der Spiele-KI herumschlagen muss sondern härtere Schlachten austragen kann. Zehn Karten sind neu und drei weitere stammen aus dem Original-COD und sind an die aktuelle Grafik angepasst. Bis zu 32 Spieler können sich darauf tummeln – in Spielmodi wie Deathmatch, Team Deathmatch, Capture the Flag und einer Variante, bei der ein Team Bomben zünden und das andere dies verhindern muss.

Darüber hinaus gibt es einen Mehrspielermodus namens "Headquarters", bei dem man, wie der Name schon sagt, an vordefinierten und sich ändernden Punkten Hauptquartiere aufbauen und verteidigen muss. Je erfolgreicher dies gelingt, umso mehr Punkte erhält man. Stirbt die eigene Figur, ist das Re-Spawning erst möglich, wenn das Hauptquartier vom Feind übernommen wurde.

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Call of Duty 2 ist für Windows-PCs seit dem 2. November 2005 erhältlich und hat keine Jugendfreigabe (ab 18 Jahren) erhalten. Eine Version für Xbox 360 wurde bereits angekündigt.

Fazit:
Mit Call of Duty 2 hat es Activision geschafft, nach dem Originalspiel den zweiten Knaller des an sich eigentlich abgegriffenen WWII-Themas hinzulegen. Das Spiel stellt durch exzellente Grafiken und eine opulente Tonuntermalung eine packende Atmosphäre her und sorgt für viele Stunden Spielspaß, der nach der Einzelspieler-Kampagne nicht endet, wenn man den Multiplayer-Modus nutzt.


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