Spieletest: Call of Duty 2 mit bombastischer Atmosphäre
Die Kampagnen stehen nicht alle sofort zu Verfügung – die Spieler müssen sich erst auf russischer Seite bewähren, bevor sie sich in die britische und dann später auf die amerikanische Seite schlagen dürfen. Der Gegner heißt immer Deutschland.
Üblicherweise steht einem ein Truppführer zur Seite, der Befehle gibt und durch seine Stimme im Hintergrund ziemlich zur Dramatik des Spiels beiträgt, die auch durch die grandiosen Soundeffekte, die bombastischen Explosionen, Schreie, Artillerie- und Gewehrfeuer und das allgemeine Kriegsgetümmel eine derart dichte Atmosphäre erzeugt, dass man förmlich vor dem Rechner verkrampft. Vor allem die amerikanische Kampagne, bei der man die Steilhänge der Küste erklimmen muss, während ringsherum Kugeln einschlagen, ist filmreif.
Das Spiel ist stark gescriptet, was sich aber nicht wie beim Originaltitel unangenehm bemerkbar macht: So strömen beispielsweise nicht mehr neue Gegner an die gleichen Positionen, wenn man nicht vorwärts rückt. Wenn genügend Gegner in die ewigen Jagdgründe geschickt wurden, hört der Ansturm auch wirklich auf.
Das Spiel verzichtet auf die genreüblichen Gesundheitspäckchen – der getroffene Soldat braucht je nach Verletzungsgrad einfach etwas Zeit, um sich wieder zu erholen. Die beste Methode ist, sich etwas zurückzuziehen und in Deckung zu gehen. Allerdings macht dies den Gamer praktisch unverwundbar, was einen recht seltsamen Beigeschmack ergibt.
Die Mitsoldaten sind anders als beim ersten Teil kein simples Kanonenfutter mehr – sie helfen diesmal wirklich bei der Feindbekämpfung. Allerdings gibt es immer noch keine Möglichkeit, sie zu befehligen, was aber dem Spielprinzip, das sowieso keinen Wert auf Realismus legt, entgegenstehen würde.
Wie schon angedeutet, ist der Sound des Spiels bravourös, doch auch die Grafik ist beeindruckend. Besonders die voluminösen Rauchsäulen, die detailliert ausgearbeiteten Texturen und die Explosionen sind erste Sahne. Die Hardware-Anforderungen sind allerdings sehr hoch: Ein Rechner auf Pentium-4-Niveau mit 2,8 GHz, einem GByte RAM und einer sehr schnellen Grafikkarte sollte es schon sein, wenn man die Bildqualität nicht zu sehr herunterschrauben möchte.
Darüber hinaus gibt es einen Mehrspielermodus namens "Headquarters", bei dem man, wie der Name schon sagt, an vordefinierten und sich ändernden Punkten Hauptquartiere aufbauen und verteidigen muss. Je erfolgreicher dies gelingt, umso mehr Punkte erhält man. Stirbt die eigene Figur, ist das Re-Spawning erst möglich, wenn das Hauptquartier vom Feind übernommen wurde.
Fazit:
Mit Call of Duty 2 hat es Activision geschafft, nach dem Originalspiel den zweiten Knaller des an sich eigentlich abgegriffenen WWII-Themas hinzulegen. Das Spiel stellt durch exzellente Grafiken und eine opulente Tonuntermalung eine packende Atmosphäre her und sorgt für viele Stunden Spielspaß, der nach der Einzelspieler-Kampagne nicht endet, wenn man den Multiplayer-Modus nutzt.
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