Große Koalition will Glasfasernetz der Telekom stützen

Koalitionsvertrag will neue Märkte von der Regulierung ausnehmen

Scharf kritisiert der VATM die Aufnahme eines Regulierungsverzichts zum weiteren Glasfaserausbau der Deutschen Telekom AG in den Koalitionsvertrag. Der Verband, in dem Konkurrenten der Telekom organisiert sind, sieht darin "ein Investitionsverbot" für die Wettbewerber des Ex-Monopolisten. In die gleiche Kerbe schlägt Peer Knauer, Präsident des Verbandes der alternativen Netzbetreiber (BREKO).

Artikel veröffentlicht am ,

Nach Darstellung des VATM setzt die Politik für das Investitionsversprechen der Telekom, 3 Milliarden Euro in den Ausbau von Glasfasernetzen zu stecken, Investitionen der Wettbewerber in Höhe von 10,5 Milliarden Euro seit 2000 aufs Spiel und gefährdet weitere fast 8 Milliarden Euro bis 2010: "Anstatt dem gerade angelaufenen Breitbandwettbewerb einen wichtigen Impuls zu geben, der die Versorgung auch der ländlichen Gebiete fördert, setzt die Bundesregierung auf ein neues Prestigeobjekt für gerade einmal 50 Städte, die von 50 MBit/s schnellen Breitbandnetzen profitieren sollen", heißt es von Seiten des VATM.

Stellenmarkt
  1. Netzwerkarchitekt / -engineer (m/w/d)
    Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), München, Bayreuth
  2. (Senior) IT Projektmanager Automotive (m/w/d)
    AUSY Technologies Germany AG, München
Detailsuche

So spricht VATM-Präsident Jürgen Grützner von einem "verheerenden politischen Signal" und sieht in dem Verzicht "auf eine notwendige Regulierung" die "Vergabe eines neuen Monopols".

Unternehmen werde der Mut genommen, Geld in innovative Technologien in Deutschland zu stecken, da gerade dem Ex-Monopolisten ein kaum mehr einholbarer Wettbewerbsvorteil verschafft werde.

Stein des Anstoßes ist eine Vereinbarung im Koalitionsvertrag von SPD und CDU: Die beiden Parteien haben sich darauf verständigt, "zur Sicherung der Zukunft des Industrie- und Forschungsstandorts Deutschland Anreize für den Aufbau bzw. Ausbau moderner und breitbandiger Telekommunikationsnetze zu schaffen", wobei "die durch entsprechende Investitionen entstehenden neuen Märkte für einen gewissen Zeitraum von Regulierungseingriffen freizustellen" sind, um für Planungssicherheit von Investoren zu sorgen. Dies soll im Rahmen der zu verabschiedenden Novelle des Telekommunikationsgesetzes dann festgeschrieben werden.

Golem Karrierewelt
  1. C++ Programmierung Grundlagen (keine Vorkenntnisse benötigt): virtueller Drei-Tage-Workshop
    07.-09.11.2022, virtuell
  2. Cloud Competence Center: Strategien, Roadmap, Governance: virtueller Ein-Tages-Workshop
    06.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Nach Ansicht des VATM ist eine regulatorische Sonderbehandlung der Deutschen Telekom im Glasfaserbereich auch vor dem Hintergrund der europäischen Entwicklungen zu rechtfertigen.

Noch schärfer fällt die Kritik von Peer Knauer, Präsident des Verbandes der alternativen Netzbetreiber (BREKO), aus: "Wir sind entsetzt, dass die große Koalition vor der Scheckbuchdiplomatie der Deutschen Telekom eingeknickt ist." Er sieht den deutschen Breitbandmarkt auf dem direkten Weg zu einem 2-Klassen-Wettbewerb, in dem das marktbeherrschende Unternehmen auf "längst abgeschriebene, aus Monopolzeiten stammende Infrastruktur unbehelligt neueste Technologie aufsetzen darf und für den Wettbewerb nur zweitrangige Übertragungsgeschwindigkeiten übrig bleiben."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


denkennstdu 16. Nov 2005

Also die Sache mit der Gehirnhälfte scheint zu stimmen... *g* Mir fehlen die Worte! Wohl...

idpro 14. Nov 2005

Wieso "abliefern"? Der Konzern gehörte dem Staat und damit auch seine Einnahmen...

beccon 14. Nov 2005

Die sind nicht weltfremd sondern schlicht und einfach korrupt. Die Politik hier erinnert...

Frank 14. Nov 2005

Doch, darum geht es eben schon. Für VDSL wird Anschlusstechnik in den Kabelverzweigern...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Elon Musk und Manchester United
Der Meme-Lord braucht die Blutgrätsche

Wenn Musk twittert, zittern die Anleger und nun auch Fußball-Fans. Wie sich der Milliardär endgültig ins Abseits bewegt und wie die Öffentlichkeit damit umgehen sollte.
Ein IMHO von Lennart Mühlenmeier

Elon Musk und Manchester United: Der Meme-Lord braucht die Blutgrätsche
Artikel
  1. Wheelhome Vikenze III-e: Winziges elektrisches Wohnmobil mit Solardach
    Wheelhome Vikenze III-e
    Winziges elektrisches Wohnmobil mit Solardach

    Wheelhome hat mit dem Vikenze III-e ein elektrisches Wohnmobil für ein bis zwei Personen vorgestellt, das sich selbst dank Solarzellen mit Strom versorgt.

  2. Urteil: Tesla darf den Autopilot weiterhin so nennen
    Urteil
    Tesla darf den Autopilot weiterhin so nennen

    Das Assistenzsystem-Paket von Tesla darf weiterhin als Autopilot bezeichnet werden. Der Versuch, dies Tesla zu verbieten, blieb vor Gericht erfolglos.

  3. Post-Quanten-Kryptografie: Die neuen Kryptoalgorithmen gegen Quantencomputer
    Post-Quanten-Kryptografie
    Die neuen Kryptoalgorithmen gegen Quantencomputer

    Die US-Behörde NIST standardisiert neue Public-Key-Algorithmen - um vor zukünftigen Quantencomputern sicher zu sein.
    Eine Analyse von Hanno Böck

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar bei Amazon & Co. • MSI Geburtstags-Rabatte • Neuer Saturn-Flyer • Game of Thrones reduziert • MindStar (MSI RTX 3070 599€) • Günstig wie nie: MSI 32" WHD 175 Hz 549€, Zotac RTX 3080 12GB 829€, Samsung SSD 1TB/2TB (PS5) 111€/199,99€ • Bester 2.000€-Gaming-PC[Werbung]
    •  /