Windows Defender: Namensstreit hinter den Kulissen
Im Jahr 2002 hatte der australische Entwickler Adam Lyttle eine Shareware über seine Software-Firma Lyttlesoft Studios namens "Windows Defender" veröffentlicht. Mit der Software sollten Webseiten daran gehindert werden, Änderungen an Windows vorzunehmen. Mehrere Jahre lang konnte Adam Lyttle die Software anbieten, ohne Microsofts Aufmerksamkeit zu wecken. Als der Software-Riese selbst ein Produkt mit der Bezeichnung "Windows Defender" vorbereitete, passte die Software Redmond allerdings nicht mehr in den Plan.
Wie Adam Lyttle in seinem Blog berichtet(öffnet im neuen Fenster), hatte der Programmierer Post von Microsoft wegen Windows Defender bekommen, bevor dieser Name offiziell kommuniziert wurde. Eine von Microsoft beauftragte Kanzlei habe in einer E-Mail an Adam Lyttle darauf hingewiesen, dass Lyttle mit der Verwendung des Begriffs "Windows" gegen Markenrechte des Software-Riesen verstoße. Daher werde er aufgefordert, den Produktnamen zu ändern, künftig keine Applikationen mehr mit "Windows", "windows" oder "indows" (sic!) im Namen anzubieten und auch auf den weiteren Vertrieb der Software "Windows Defender" zu verzichten.
Darüber hinaus forderte Microsoft, dass Adam Lyttle existierende Rechte an der Bezeichnung "Windows Defender" ohne weitere Bedingungen an Microsoft übereignet, ohne dass Lyttle dafür entschädigt wurde. Nachdem sich der 22-jährige Entwickler von einem Freund beraten ließ, der mehrere Jahre Jura studierte, entschied sich Lyttle, auf das Angebot von Microsoft einzugehen. Er fürchtete die Gefahr, sich auf einen Rechtsstreit mit Microsoft und einer Armee von Anwälten einzulassen. Wie nun bekannt wurde, hat Adam Lyttle die entsprechende Vereinbarung nach eigener Aussage bereits am 26. Oktober 2005 unterzeichnet an Microsoft übergeben. Nach Mitteilung von Lyttle habe er seine frühere Software "Windows Defender" vor mehr als einem Jahr eingestellt.



